20 Jahre Delors-Institut: Premierminister Manuel Valls zu Zielen und Herausforderungen Europas [fr]

Premierminister Manuel Valls hielt zum 20. Jahrestag der Gründung des Instituts Jacques Delors am 7. Oktober 2016 den Festvortrag im Conservatoire national des Arts et Métiers in Paris. Dabei ging er auf die Krisen, Probleme und Herausforderungen des Kontinents ein und forderte eine Kraftanstrengung für die Fortentwicklung der Europäischen Union. Dabei maß er der deutsch-französischen Beziehung, wenn auch nicht exklusiv, trotz aller Meinungsunterschiede, eine besondere Verantwortung zu.

Wir veröffentlichen die Rede im Wortlaut als PDF-Dokument.

Zitate aus der Rede:

-  Wir teilen dieselbe Vorstellung von Menschen- und Bürgerrechten, weil das europäische Aufbauwerk aus den Dramen und Schrecken des 20. Jahrhunderts erwachsen ist.

-  Ohne einen Sinn, ohne diese politische Vision können wir nicht überzeugen.

-  Europäer zu sein bedeutet vielleicht auch, eine Verantwortung gegenüber der Welt zu haben.

-  Wir alle zusammen, die Regierungen, die Kommission und das Parlament, müssen gemeinsam noch schneller und stärker handeln, weil es dringend notwendig ist.

-  Wir müssen uns eingestehen, dass diese Rechte und Freiheiten heute in einigen Staaten der Europäischen Union in Frage gestellt werden, nicht nur durch das Erstarken populistischer Strömungen, sondern von Regierungen und Mehrheiten.

-  Eine europäische Identität zu beanspruchen bedeutet, zur Existenz von Außengrenzen zu stehen.

-  Die Europäische Union ist nicht dazu gedacht, sich ins Unendliche zu erweitern.

-  Und dieses Europa, mit seiner Identität, seinen Grenzen, muss seine
Souveränität im Rahmen einer „Föderation der Nationalstaaten“ ausüben.

-  Ohne starke Nationen ist das europäische Projekt geschwächt; und ohne eine starke Union sind unsere Nationen schwach. Europa bedeutet dieses zusätzliche Maß an Souveränität, das unseren Staaten mehr Gewicht verleiht.

-  Die Europäer verlangen ein Europa, das sie beschützt, das die innere Sicherheit gewährleistet, aber auch, und das ist neu, das über die Außengrenzen hinaus handelt;

-  Die französischen Streitkräfte […] können nicht auf ewig die europäischen Streitkräfte bilden, auch wenn wir unsere Pflichten erfüllen.

-  Länder mit Überschüssen müssen auch den Druck senken.

-  Die Union muss sich verschulden können, damit Projekte finanziert werden können, die Europa aufbauen.

-  Ich befürworte den freien Handel, jedoch nicht, wenn er zu einem unfairen Wettbewerb führt. Wenn ein Abkommen gut ist, dann unterzeichnen wir es.

-  Wenn es ein großes Ziel für Europa gibt, eine wichtige Investition, dann ist das mehr denn je der afrikanische Kontinent.

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Letzte Änderung 09/11/2016

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