Schwangerschaftsabbruch in Frankreich: 40 Jahre Loi Veil

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Am 17. Januar 1975 wurde das Gesetz zur Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs verabschiedet, das nach der damaligen Gesundheitsministerin und Urheberin des Gesetzes, Simone Veil, benannte „loi Veil“.

Als Antwort auf die zunehmenden Forderungen von Frauen, Frauenverbänden und aus medizinischen Kreisen machte die damalige Regierung den Gesetzentwurf über den Schwangerschaftsabbruch zu einer politischen Priorität. Der Entwurf führte, gefördert von Simone Veil, zu einer angeregten Debatte in der Nationalversammlung, wo schließlich der Mut und die Entschlossenheit der Gesundheitsministerin siegten.

Dies war der Beginn einer Entwicklung, die sich in den letzten 40 Jahren den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst hat.

Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch war jedoch an bestimmten Bedingungen geknüpft. So musste eine Frau nachweisen, dass sie sich in einer Notsituation befindet.

Das Gesetz wurde ursprünglich nur für fünf Jahre beschlossen, wurde aber 1979 fest in der französischen Rechtsprechung verankert.

2001 wurde es an die medizinischen und gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst. Unter bestimmten Voraussetzungen konnten nun auch Minderjährige von diesem Recht Gebrauch machen.

2014 wurde im Gesetz über die Gleichheit von Mann und Frau der Hinweis auf eine Notsituation gestrichen. Heute darf jede Frau, „die ihre Schwangerschaft nicht fortsetzen möchte“, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen.

Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch nehmen ca. 220 000 Frauen jährlich war. Die Zahl der erstmaligen Schwangerschaftsabbrüche nimmt dabei ab, während die Zahl der Frauen, die sich dem Eingriff mehrmals unterziehen, zunimmt. Das Institut national d’études démographiques (Ined) sieht darin die Bestätigung, dass „die Entscheidung, eine Schwangerschaft abzubrechen, tatsächlich ein Recht geworden ist und nicht mehr den letzten Ausweg darstellt“.

Letzte Änderung 17/02/2016

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