Adoption: Auslandsadoption

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Da in Frankreich weniger als 1 000 Kinder pro Jahr zur Adoption frei gegeben werden, steigt die Nachfrage nach Auslandsadoptionen: Heute stammen 80 % der insgesamt 4 000 jährlich adoptierten Kinder aus dem Ausland. Vor diesem Hintergrund hat die französische Regierung 2009 die Abteilung für Auslandsadoption im Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten eingerichtet. Als zentrale Behörde im Sinne des Haager Adoptionsübereinkommens übernimmt sie Planung, Lenkung und Regelung von Auslandsadoptionen in Frankreich.

Die Abteilung für Auslandsadoption umfasst rund 20 Mitarbeiter und steht unter der Leitung des Botschafters für Auslandsadoption, der vom Staatspräsidenten ernannt wird. Sie soll vor allem über die Einhaltung der internationalen Verpflichtungen wachen, die Frankreich im Rahmen der UN-Konvention von 1989 über die Rechte des Kindes und des Haager Übereinkommens von 1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption eingegangen ist. Darüber hinaus hat sie eine steuernde, überwachende und rechtsberatende Funktion.

Die Abteilung für Auslandsadoption

-  ist zuständig für die Beziehungen zwischen dem französischen Staat und anderen Staaten, zwischen der zentralen Behörde Frankreichs und den zentralen Behörden der Herkunftsländer sowie anderer Aufnahmeländer; dazu zählt auch die Verhandlung bzw. Neuverhandlung bilateraler Abkommen oder multilateraler Instrumente,
-  vertritt Frankreich bei Konferenzen zum Thema Auslandsadoption,
-  erarbeitet eine Strategie für Auslandsadoption in Zusammenarbeit mit den Botschaften und in enger Partnerschaft mit der französischen Adoptionsagentur (Agence française de l’Adoption), den Adoptionsvermittlungsstellen (Organismes Agréés pour l’adoption) sowie den Vereinigungen von Adoptiveltern; diese Strategie wird durch eine Kooperationspolitik mit den Herkunftsländern unterstützt, die elternlosen Kindern zu Gute kommt,
-  betreut die Rubrik „Auslandsadoption“ auf der Internetseite des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten und die Adoptionsseite der Regierung,
-  sammelt und aktualisiert Informationen über Adoptionsverfahren und -bedingungen und die Rechtslage im Ausland sowie über die Schwierigkeiten französischer Bürger bei Auslandsadoptionen; dabei arbeitet sie eng mit den diplomatischen und konsularischen Vertretungen zusammen,
-  ermächtigt und kontrolliert die privaten Adoptionsvermittlungsstellen und gibt gegebenenfalls finanzielle Hilfestellung,
-  ist mitverantwortlich für die französische Adoptionsagentur,
-  beteiligt sich an der Ausarbeitung französischer Normen für Auslandsadoptionen,
-  autorisiert konsularische Einrichtungen, Adoptionsvisa für den längerfristigen Aufenthalt auszustellen.

Die zentrale Behörde für Auslandsadoption stimmt ihre Strategie eng mit der französischen Adoptionsagentur und den Adoptionsvermittlungsstellen ab, um deren Handlungsmöglichkeiten zu verbessern. Das Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten koordiniert in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Association des Volontaires du progrès ein Pilotprogramm, das einen Freiwilligendienst zur Förderung elternloser Kinder anbietet. Das 2008 gegründete Netzwerk der Freiwilligen für Auslandsadoption und den Schutz des Kindes (Volontaires de la protection de l’enfance et de l’Adoption Internationale) umfasst heute acht Länder: Kambodscha, Burkina Faso, Äthiopien, Guatemala, Haiti, Madagaskar, Mali und Vietnam.

Adoptionszahlen 2008:

- ´Auslandsadoptionen von französischen Familien: 3 271

- Herkunftsländer:

- Haiti: 731
- Äthiopien: 484
- Russland: 315
- Kolumbien: 305
- Vietnam: 284

Mehr Informationen:

- www.adoption.gouv.fr/

- www.agence-adoption.fr

Stand: Mai 2010

Letzte Änderung 28/09/2015

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