Aufenthalt nicht erwerbstätiger EU-Bürger in Frankreich

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Als nicht erwerbstätiger Bürger des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz können Sie sich frei in Frankreich aufhalten und bewegen. Sie benötigen keine Aufenthaltsgenehmigung. Auf Wunsch stellen die französischen Behörden aber eine Aufenthaltsgenehmigung (Carte de séjour) aus. Nach einem rechtmäßigen Aufenthalt von fünf Jahren, besteht das Recht auf Daueraufenthalt.

Betroffene Personen und Nationalitäten

Die Regelungen gelten für Rentner oder nicht Erwerbstätige. Das ist unabhängig von der jeweiligen europäischen Nationalität.

Formalitäten für den Umzug nach Frankreich

Es muss ein gültiges Personaldokument vorliegen. Die Person darf keine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen.

Aufenthalt während der ersten fünf Jahre

Bedingungen;

Der Bürger bedarf für sich und seine Familie:

- einer Kranken- und Mutterschaftsversicherung,
- ausreichender finanzieller Mittel, um keine Belastung für das französische Sozialhilfesystem darzustellen.

Ob Ihre Mittel als ausreichend eingestuft werden können, hängt von der persönlichen Situation ab. Die Behörden dürfen jedoch nicht verlangen, dass die Mittel folgende monatliche Beträge überschreiten:

Unter 65 Jahre

Alleinstehend Betrag
Ohne Kind 513,88€
Mit einem Kind 879,84€
Mit 2 Kindern 1099€
Mit 3 Kindern 1320€
Mit 4 Kindern 1540€
Partnerschaft
Ohne Kind 770,82€
Mit einem Kind 924,99€
Mit 2 Kindern 1079,15€
Mit 3 Kindern 1284,70€
Mit 4 Kindern 1438,87€

Älter als 65 Jahre

Alleinstehend 800 €
Partnerschaft 1 242 €

Die etwaige Belastung des französischen Sozialhilfesystems wird anhand der Ihnen ausgezahlten (nicht beitragspflichtigen) Sozialleistungen, der Art Ihrer finanziellen Schwierigkeiten und der Dauer Ihres Aufenthalts in Frankreich berechnet.

Freiwilliger Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung

Während der ersten fünf Jahre Ihres Aufenthalts in Frankreich kann eine Aufenthaltsgenehmigung (carte de séjour) für nicht erwerbstätige EU-Bürger beantragt werden.

Die Gültigkeitsdauer der Karte beträgt maximal fünf Jahre und ist vom dauerhaften Bezug Ihrer Einkünfte abhängig.

Nach fünfjährigem Aufenthalt

Recht auf Daueraufenthalt

Nach fünf Jahren des rechtmäßigen und ununterbrochenen Aufenthalts in Frankreich besteht das Recht auf Daueraufenthalt.

Danach sind an den Aufenthalt keine weiteren Bedingungen mehr geknüpft (z.B. ein Einkommensnachweis). Es besteht ein Aufenthaltsrecht, es sei denn, Sie stellen eine schwere Bedrohung für die öffentliche Ordnung dar.

Dauerhaftigkeit des Aufenthalts und Nachweis des Aufenthaltsrechts

Die Dauerhaftigkeit des Aufenthalts in Frankreich über fünf Jahre kann durch jedweden adäquaten Beleg nachgewiesen werden (z.B. durch amtliche Dokumente oder Dokumente privater Organisationen).

Ausreisen sind über einen gewissen Zeitraum zulässig. Diese haben keine Auswirkungen auf die Verstetigung Ihres Aufenthalts. Das ist z.B. der Fall bei zeitweiligen Ausreisen, die jährlich nicht mehr als sechs Monate betragen oder eine Abwesenheit von maximal zwölf Monaten in Folge, wenn es dafür einen triftigen Grund gibt, wie z.B. eine schwere Krankheit.

Das Aufenthaltsrecht für die vorangegangen fünf Jahre kann ebenfalls durch jedwedes Mittel nachgewiesen werden (z.B. durch einen Kontoauszug über die Einkünfte).

Verlust des Aufenthaltsrechts

Personen verlieren Ihr Aufenthaltsrecht innerhalb der ersten fünf Jahre, wenn Sie länger als zwei Jahre in Folge nicht in Frankreich leben.

Daueraufenthaltsgenehmigung

Nach einem fünfjährigen, rechtmäßigen und ununterbrochenen Aufenthalt in Frankreich können Sie eine endgültige Aufenthaltsgenehmigung für EU-Bürger beantragen, die für alle beruflichen Aktivitäten gilt. Diese ist nicht obligatorisch. Sie ist zehn Jahre gültig und verlängerbar.

Quelle: www.service-public.fr

Letzte Änderung 17/02/2016

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