Bildung: Abitur in Frankreich

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Laut dem Erziehungsministerium haben im Juni 2014 87,9% (624.700) der 710.600 Kandidaten das Abitur bestanden. Davon 49% das allgemeinbildende Abitur, 21% das technische Abitur und 30% das berufsbildende Abitur. Die Zahl der Kandidaten stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,8% und die Erfolgsquote ebenfalls um 1%.

77,3% des Schülerjahrgangs 2014 machten damit das Abitur (nach 73,7% 2013).

Das Abitur

Das 1808 unter Napoléon I. geschaffene Abitur (Baccalauréat) steht am Ende der gymnasialen Schulausbildung. Neben dem allgemeinbildenden Abitur, gibt es seit 1968 das technische Abitur und seit 1985 das berufsbildende Abitur. Alle Abiturarten führen zu einer allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung. Allerdings bereitet das berufsbildende Gymnasium nur sehr bedingt auf die Notwendigkeiten eines Hochschulstudiums vor. Das Abitur wird nach 12 Jahren Schulzeit abgelegt,

Wege zum Abitur in Frankreich

Nach der Sekundarstufe auf dem Collège, die in der 9.Klasse endet, müssen auf einem Lycée drei Jahre bis zur Abiturprüfung absolviert werden. Das Lycée ist in seiner Gesamtheit dabei nur teilweise mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar. Zwar endet die Sekundarstufe I mit dem Diplôme national du brevet (vergleichbar mit der mittleren Reife in Deutschland), allerdings ist dessen Bestehen keine Voraussetzung für den Besuch des weiterführenden Lycées.

Es gibt drei Arten des Baccalauréats:

-  das allgemeinbildende Abitur des Lycée général, das am ehesten mit dem deutschen Abitur vergleichbar ist

Das allgemeinbildende Abitur ist in drei Schwerpunktbereiche (séries) unterteilt: das wirtschaftlich-soziale (ES), das literarisch-juristische (L) und das wissenschaftliche (S) Baccalauréat.

-  das technische Abitur des Lycée technologique

Das technische Abitur bietet eine Vielfalt von Schwerpunktgebieten wie Industrietechnologie, Design, Gesundheit, Tanz oder auch Hotelfach. Jeder Schwerpunktbereich besteht aus einem klar definierten Kern von Hauptfächern.

-  das berufsorientierende Abitur des Lycée professionnel.

Es bescheinigt die Befähigung, eine hoch qualifizierte berufliche Aktivität auszuüben und gilt als Tor zum Arbeitsmarkt.

Der berufsorientierende Abschluss bietet die Möglichkeit in zwei Jahren ein Certificat d’aptitude professionnelle - C.A.P. (berufliches Befähigungszeugnis/Facharbeiterbrief) bzw. ein Brevet d’Etudes Professionnelles B.E.P. (Abschlusszeugnis beruflicher Studien) abzulegen oder nach drei Jahren ein berufsbezogenes Abitur zu machen Des Weiteren bietet es im Zusammenspiel mit einem Betrieb auch die Möglichkeit einer dualen Ausbildung.

CAP und BEP

Das C.A.P. ermöglicht die Ausübung von Tätigkeiten als Facharbeiter und qualifizierter Angestellter und zielt auf den sofortigen Berufseinstieg ab. Das B.E.P. kann in zwei Jahren erreicht und in vier Bereichen abgelegt werden (Berufe im gesundheitlichen und sozialen Bereich, Fernfahrer und Dienstleistungen im Transportwesen, Hotel- und Gaststättenberufe, Optik). Im berufsorientierten Gymnasium ist die Vorbereitung auf das B.E.P. in die Vorbereitung auf das Berufsabitur (Bac professionnel) eingegliedert.

Schüler haben immer auch die Möglichkeit, zwischen den unterschiedlichen Gymnasialformen zu wechseln, d.h. sie können von einem beruflichen zum allgemeinen oder technischen Gymnasium oder vom C.A.P. zum Berufsabitur (Bac professionnel) wechseln

Letzte Änderung 17/06/2015

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