Botschafter Etienne beim #ClimateDiploDay 2016

Am 14. September 2016 fand im Auswärtigen Amt in Berlin der 3. Climate Diplomacy Day unter dem Thema „Klimadiplomatie der Zukunft“ statt. Das Auswärtige Amt, die Französische Botschaft, die Marokkanische Botschaft und der WWF Deutschland hatten zu diesem Event geladen.

Bei der Veranstaltung ging es in erster Linie um die Umsetzung des internationalen Klimaübereinkommens von Paris Ende 2015.

Dabei diskutierten Diplomaten, klimapolitischen Experten und jungen Menschen, die im Klimaschutz aktiv sind.

Grußwort von Botschafter Philippe Etienne

[Begrüßung]

ich freue mich sehr, Sie heute hier im Auswärtigen Amt anlässlich der dritten Ausgabe der Klimadiplomatietage, eine Initiative der EU, zu treffen. Zum ersten Mal werden wir uns nun eine Woche lang der Klimadiplomatie widmen. Dieses Thema hat in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen und verdient daher unsere erweiterte Aufmerksamkeit.

Für uns alle ist dies ein geeigneter Zeitpunkt, uns unsere Pflichten in Erinnerung zu rufen: Nach dem Erfolg der COP21 müssen wir das breite Publik für die Ergebnisse der Pariser Konferenz sensibilisieren. Die Einigung auf ein neues, weltweites Klimaübereinkommen in Paris im Dezember 2015 war ein historisches Ereignis. Noch niemals zuvor haben sich 197 Staaten auf ein gemeinsames Übereinkommen zum Klimaschutz geeinigt. Es war Frankreich eine besondere Ehre, diese Konferenz zu empfangen und einen so wichtigen Fortschritt für die ganze Welt erzielt zu haben.
Im Laufe dieser Woche werden wir über die bisherigen Erfolge der Klimadiplomatie sprechen. Heute Nachmittag widmen wir uns vor allem ihrer Zukunft: Es geht insbesondere um die Aufwendungen, die aus dem Übereinkommen von Paris resultieren, in Verbindung mit den nationalen Beiträgen und die von Frankreich und Marokko unterstützten Initiativen im Rahmen der Tätigkeitsagenda („Action Agenda“). Dieser politische, wirtschaftliche und finanzielle Aufwand ist nur vertretbar, wenn nichtstaatliche Akteure die ehrgeizigen Ziele ihrer Regierungen unterstützen. Wir brauchen meines Erachtens ein kollektives Bemühen, das die individuellen Interessen überwinden kann: Ein schönes Beispiel dafür ist die gemeinsame Pressemitteilung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), zusammen mit Germanwatch und dem Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) vom 1. September. Darin werden die G20-Länder aufgefordert, globalen Klimaschutz, orientiert an den Klimazielen des Pariser Abkommens, mit einer Initiative für ein starkes Preissignal für CO2 voranzutreiben – dies könnte während der deutschen G20-Präsidentschaft gelingen, die Ende diesen Jahres beginnt.

Außerdem hat die afrikanische Initiative für CO2-freie-Energien zum Ziel, 300 Gigawatt bis 2030 in Afrika bereitzustellen. Zehn Geber haben sich verpflichtet, 10 Milliarden Dollar dafür zu mobilisieren.
Ich freue mich übrigens sehr, dass China und die Vereinigten Staaten in diesen Tagen das Übereinkommen von Paris ratifiziert haben.
Ich will den jungen Erwachsenen, die heute bei uns sind, sehr herzlich gratulieren, dass Ihre Beiträge für die heutige Diskussion ausgewählt worden sind. Und ich danke Ihnen schon im Vorfeld für Ihr Interesse an den klimatischen Herausforderungen und Ihre rege Teilnahme.

Ich begrüße auch unsere Freunde aus Marokko. Wie Sie alle wissen, ist Marokko sehr engagiert, Lösungen zu den brennenden Klimafragen zu finden. Im November wird schließlich die COP22 in Marrakesch stattfinden. Ich danke Marokko herzlich, dass es die Präsidentschaft der COP22 übernommen hat. Das heutige Ereignis und die Zusammenarbeit der Botschaften zeugen von der gemeinsamen Vorbereitung dieser Konferenz.

Ich wünsche uns allen eine anregende Diskussion und übergebe nun das Wort an meinen Amtskollegen, den Botschafter des Königreichs Marokko, Herrn Omar Zniber.

Letzte Änderung 26/09/2016

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