COP 21: Auch Unternehmen stehen in der Pflicht [fr]

Paris Climat 2015: die Unternehmen müssen sich im Kampf gegen den Klimawandel engagieren

Bei den Klimaverhandlungen stehen zwar die Staaten in der ersten Reihe, doch betreffen diese Verhandlungen auch alle öffentlichen und privaten Akteure. "Nun ist die Zeit für Klimamaßnahmen gekommen. Auch die Unternehmen müssen einen Beitrag leisten . " Mittelbar oder unmittelbar tragen sie zum Klimawandel bei und sind folglich an der Ausarbeitung effizienter Lösungen maßgeblich beteiligt. Die COP21 bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Initiativen der Unternehmen im Zusammenhang mit der Energiewende und dem ökologischen Wandel zu fördern.

Die Lösung der Klimafrage liegt auch in den Händen des Privatsektors

Dies ist kein Geheimnis mehr, wie auch Laurent Fabius betont: "Die Unternehmen haben gezeigt, dass ihnen dieses Thema immer wichtiger wird. Zum einen weil die Unternehmenschefs Überzeugungen haben […], aber auch weil das grüne Wachstum ein gutes "Geschäft" ist. Die Unternehmen, die sich diesem "Geschäft" verschließen, könnten durchaus in Schwierigkeiten geraten." Die Entwicklung von Strategien zur CO2-Reduzierung ist für alle Unternehmen von Vorteil. Ökologischer Wandel und Wirtschaftswachstum stehen nicht im Widerspruch zueinander: Die Unternehmen müssen sich aktiv für das Klima einsetzen.

Weit mehr als in der Vergangenheit gehen die Verpflichtungen der Unternehmen zu Gunsten des Klimas über den einfachen Rahmen ihrer CSR-Strategien hinaus: Sie haben sie heute besser in ihre langfristigen Wirtschaftsstrategien eingebettet. Allerdings zeigt der letzte Bericht des Carbon Disclosure Project, der die Umweltstrategien der internationalen Großunternehmen analysiert, dass die bei der Mehrheit der börsennotierten Unternehmen zu beobachtende Reduzierung der Emissionen noch weit von der Zielsetzung der 1,5 bzw. 2°C-Marke entfernt ist. Die Verpflichtungserklärungen sind daher eine erste Etappe, aber ihre Umsetzung darf nicht lange auf sich warten lassen. Die COP21 bildet im Jahr 2015 einen privilegierten Aktions- und Dialograhmen, in dem die Unternehmen ihre Arbeitsschienen definieren und sich konkret der weltweiten Herausforderung stellen können.

Die COP21, eine beispiellose Chance zur Mobilisierung des Privatsektors

Jahrzehntelang hielten sich die Akteure der Wirtschaftswelt eher zurück bei diesem Thema: sie warteten bisher auf politische Anreize, um entsprechend aktiv zu werden. Nunmehr legen die Großunternehmen eine gewisse Entschlossenheit an den Tag. Sie scheinen für ihre Bemühungen in diesem Bereich entsprechende Rahmenvorgaben zu fordern, die auch eine Anerkennung der geleisteten Arbeit ermöglichen. Diese Forderung wurde zur Kenntnis genommen, denn im Zusammenhang mit der COP21 hat die öffentliche Hand die Bedingungen für die Valorisierung von Nicht-Regierungs-Initiativen geschaffen.

Im Verlauf des Jahres 2015 werden die öffentlichen und privaten Akteure in Frankreich im Vorfeld der COP21 auf mehreren internationalen Gipfeltreffen Gelegenheit zum Austausch und Dialog haben. Dabei geht es darum, zu beweisen, dass der Klimaschutz eine Innovationsquelle darstellt. Eine weitere Idee ist, dass alle Unternehmen durch den Nachahmungseffekt einen Anreiz für die Bekämpfung des Klimawandels erhalten sollen. Auf dem Gipfeltreffen Business & Climat konnten so bereits 1 500 Wirtschaftsakteure ihr Engagement für entsprechende globale und zukunftsorientierte umweltfreundliche Strategien zum Ausdruck bringen.

Valorisierung von und Anreiz für Privatinitiativen

Im Dezember 2015 werden die Initiativen des Privatsektors in dem Klima-Aktionsplan Lima-Paris verankert, eine erste Form zwischenstaatlicher Reaktion. Von Frankreich, Peru und den Vereinten Nationen getragen, zeigt die so genannte "Agenda des solutions" (Agenda der Lösungsvorschläge) die bereits von Unternehmen, Gebietskörperschaften, Vereinen, Regierungen, usw. …..umgesetzten Lösungen auf. Dieser Handlungsplan macht deutlich, dass der Kampf gegen den Klimawandel bereits im Gang ist und schafft so einen Anreiz für Nichtregierungsakteure, sich der Agenda anzuschließen. Desgleichen ist er als eine Ermutigung an die Regierungsinstitutionen anzusehen, ein Abkommen zu schließen.

Die Unternehmen sind aufgefordert, sich bereits bestehenden Bündnissen anzuschließen, um ihrem Klimaengagement Nachdruck zu verleihen; und zahlreiche Unternehmen haben diesen Schritt bereits getan. An der Caring for Climate-Initiative beteiligen sich innovative Unternehmen, die die Grundsätze einer umweltverantwortlichen Entwicklungsstrategie festlegen wollen. In We Mean Business Coalition sind mehrere Dutzend Unternehmen und Investoren unter einem Dach vereint, für die der Übergang zu einer Wirtschaft mit geringen CO2-Emissionen ein Mittel zur Sicherung des Wirtschaftswachstums ist. Schließlich ist auch die Portfolio Decarbonization Coalition (PDC) zu nennen, eine Initiative, die private Akteure dazu anregen will, mindestens 100 Mrd US-Dollar ihres institutionellen Portfolios zu „dekarbonisieren“. Alle diese genannten branchenspezifischen Kooperationen werden vom Generalsekretariat der Vereinten Nationen, der CCNUCC, der peruanischen und französischen Präsidentschaft der COP20 bzw. der COP21 sowie auch von den verschiedenen bei den Verhandlungen führenden Regierungen gefördert.

Auf dem Portal Nazca , das die gemeinsamen und individuellen Initiativen zum Stand 20. August 2015 auflistet, haben bereits 1122 Unternehmen ihre Verpflichtungen für das Klima offen gelegt - darunter 75 % der Unternehmen des französischen Aktienindex CAC 40. Den Projekten zur Anpassung an den Klimawandel und seiner Eindämmung, die von privaten Akteuren ausgearbeitet wurden, kommt bei der COP21 eine besondere Bedeutung zu: Am 5. Dezember, dem sogenannten Action Day, einem High-Level-Event im Rahmen der UNO-Verhandlungen werden sie Gegenstand einer offiziellen Präsentation sein.

Der französischen Regierung liegt viel an der Anerkennung der Bemühungen und Projekte des Privatsektors. Sie lädt sämtliche Akteure ein, ihre jeweiligen Ziele offen zu legen und die Bedingungen für ein Follow-Up der Umsetzung dieser Verpflichtungen zu schaffen.

Die innovativen französischen Unternehmen, die sich für das Klima einsetzen

Die französischen Großunternehmen sind mit dabei. Ermutigt durch die immer wieder bekräftigte Unterstützung umweltfreundlicher Innovation durch die öffentliche Hand und durch entsprechende Anreizmechanismen, haben die Unternehmen die Thematik des Klimawandels auf ihre Agenda geschrieben. Anpassungspläne, strategische Zusammenlegungen, Plattformen für den Austausch … Die Agentur für Umwelt und Energiewirtschaft - Agence de l’Environnement et de la Maîtrise de l’Energie (ADEME) listet die Beispiele für Maßnahmen und Aktionen des Privatsektors sowie Public-Private-Aktionen auf. Eine zunehmende Anzahl von Akteuren beteiligt sich an diesen Maßnahmen. Allerdings ist den Zahlen des Carbon Disclosure Project zufolge festzuhalten, dass die französischen Unternehmen, die sich in Bezug auf die CO2-Strategie in der Reifephase befinden, lediglich 35 % der Börsenkapitalisierung der 250 größten französischen Konzerne ausmachen.

Mehrere von ihnen verfolgen Strategien zur Begrenzung von CO2-Emissionen, der Verbesserung der Umweltperformance, der Innovation im Energiebereich, der Abfallverwertung usw..... So hat sich Lafarge verpflichtet, bis 2020 die bei der Zementproduktion anfallenden CO2-Emissionen um 33 % zu reduzieren. Mit Investitionen in erneuerbare Energien auf allen Standorten (Photovoltaik, Biomasse…) verfolgt die Gruppe L’Oréal über denselben Zeitraum das Ziel einer Kürzung ihrer Emissionsvolumen um insgesamt 60 %. Auch die Energieerzeuger (Engie, EDF, Primagaz…) verbessern die Umweltfreundlichkeit ihrer Energieproduktion und suchen nach Möglichkeiten der Begrenzung der Auswirkungen des Energietransports. Michelin, PSA, Renault oder auch Airbus und die SNCF sind im Bereich des nachhaltigen Transports innovativ: Hybrid-Fahrzeuge, , die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge verbessernde Reifen, Reduzierung der Luft- und Geräusch-Emissionen, usw.... Großunternehmen des Baugewerbes wie z.B. Schneider, Saint-Gobain oder auch Bouygues Immobilier schreiben nunmehr in ihren Gebäuden und Anlagen das Thema Energieeffizienz groß.

Laureline Felder

Letzte Änderung 02/11/2015

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