Das Gebäude

Die Botschaft Frankreichs am Pariser Platz

GIFDas neue Botschaftsgebäude steht an historischer Stelle, dem Standort der früheren Botschaft am Pariser Platz 5, schräg gegenüber dem Brandenburger Tor, im Herzen von Berlin.

Dort sind die Kanzlei, das Konsulat und alle in Berlin vertretenen offiziellen französischen Stellen untergebracht, die seit dem Umzug der deutschen Regierung von Bonn nach Berlin im Sommer 1999 provisorisch in der Kochstraße 6/7 (Kreuzberg) und in der Maison de France am Kurfürstendamm 211 angesiedelt waren.

Für den Neubau wurde im Dezember 1995 ein Architektenwettbewerb ausgelobt, an dem sich 150 Architekturbüros beteiligten. Von den eingereichten Entwürfen kamen sieben in die engere Wahl, aus denen schließlich das Projekt von Christian de Portzamparc im Mai 1997 als Sieger hervorging. Die Grundsteinlegung fand am 10. Juli 1998 statt. Das Gebäude wurde im Oktober 2002 fertiggestellt und gleich bezogen.

Der Wiederaufbau der Vertretung Frankreichs in Berlin

Der Standort

Das Grundstück am Pariser Platz hatte Napoleon III. 1860 für Frankreich erworben. Die französische Gesandtschaft residierte von da an in einem Stadtpalais aus dem frühen 18. Jahrhundert, das Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde. Nach Abriss der Ruine im Jahr 1959 lag das Gelände bis zum Fall der Berliner Mauer brach.

Mit der Vereinigung Deutschlands im Jahre 1990 erreichte Frankreich die Rückgabe des Grundstücks. Die Französische Botschaft sollte im Rahmen des Regierungsumzugs am historischen Ort wiedererrichtet werden und alle in Berlin ansässigen französischen Einrichtungen aufnehmen.

Das Gebäude

GIF Auf einer Grundfläche von 4.500 m² und einer Nutzfläche von ungefähr 8.500 m² sind die Kanzlei, das Konsulat sowie alle in Berlin vertretenen offiziellen französischen Stellen untergebracht. Das Haus, in dem 250 Personen arbeiten, erfüllt zahlreiche administrative und kulturelle Funktionen und bietet Räumlichkeiten für Beratungen und Empfänge. Die gesamte bebaute Fläche beträgt 20.000 m².

- Büros für die Beschäftigten des Außenministeriums sowie die Dienststellen weiterer französischer Ministerien (Verteidigungs-, Innen-, Wirtschafts- und Finanzministerium) (4.000 m²)

- Auditorium, Austellungsräume, Bibliothek (1.250 m²)

- Empfangsräume, Residenz, Gästezimmer und Räume für das Personal (1.400 m²)

- Wohnbereich mit Dienstwohnungen (400 m²)

- Eingangsbereich, Räume für das Wachpersonal, Konferenzräume, Lager und Archive, Cafeteria (1.350 m²)

- Parkfläche in einer Tiefgarage mit 80 Stellplätzen.

Das architektonische Konzept von Christian de Portzamparc

Der Entwurf will dem Standort und seiner Geschichte gerecht werden und gleichzeitig durch seine Architektur ein modernes Bild Frankreichs geben. Er überzeugt durch die repräsentative Wirkung der Fassade, die Eleganz und die Vielfalt der Innengestaltung sowie die Funktionalität der Räume, die alle durch Tageslicht erhellt werden.

Das Konzept verbindet auf eindrucksvolle Weise die verschiedenen administrativen und repräsentativen Funktionen, so dass das neue Gebäude sowohl Botschaft als auch "Schaufenster" Frankreichs in Deutschland ist.

Zum Pariser Platz hin hat das Gebäude eine repräsentative Fassade, zur Wilhelmstraße mit dem Eingang für die Beschäftigten und Besucher ist die Front dagegen funktional gestaltet.

Die geschickte Raumanordnung ermöglicht eine funktionale Teilung bzw. Verbindung der verschiedenen Botschaftsbereiche. Die Residenz und die Kanzlei befinden sich im Westteil des Gebäudes am Pariser Platz, das Konsulat und die Kulturabteilung im Ostteil an der Wilhelmstraße. Ein zentraler Block mit Auditorium und Konferenzräumen sorgt für deren organische Verbindung.

Je nach Veranstaltung kann in den Räumen eine unterschiedliche Sicherheitsstufe gewährleistet und ein entsprechendes Maß an Vertraulichkeit geschaffen werden.

Durch diese Aufteilung entstehen zwei Außenräume: Ein Gartenbereich auf der Ebene der ersten Etage im Westteil, der vonden Empfangsräumen der Residenz umgeben ist; und ein Hofbereich auf der Ebene des Erdgeschosses im Ostteil.

Beide Bereiche werden im Norden entlang der Rückwand des angrenzenden Baus durch einen langgestreckten Gebäudeteil verbunden, der durch seine betont horizontale Ausrichtung den Eindruck von Weite vermittelt. Dieses so genannten "Viadukt" wird in 13 Metern Höhe von einer Birken-Allee gekrönt, die wiederum Teil einer vielschichtigen Gartenlandschaft ist.

Mit dem Botschaftsneubau ist Frankreich ins Herz der Stadt zurückgekehrt und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Wiederbelebung des ehemals als "Salon Berlins" bekannten Pariser Platzes. Die Französische Botschaft stand von jeher im Zentrum des geistig-kulturellen Lebens der deutschen Hauptstadt. Mit ihrer von Kunst und Kultur geprägten toleranten und weltoffenen Atmosphäre war sie ein beliebter Treffpunkt für deutsche und französische Künstler, Literaten und Politiker.

Heute verfügt Frankreich über eine Vertretung, die an diese Traditionen anknüpft und dabei neue Akzente setzt.

Bauherr

Französisches Außenministerium

Architektur und Innenausstattung

Architekt: Christian de Portzamparc
Innenarchitektin: Elisabeth de Portzamparc
Landschaftarchitekt: Régis Guignard

Planungsbüro: SERETE Constructions

Letzte Änderung 23/09/2015

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