Das Gesetz zur Frauenquote in Aufsichtsräten von Unternehmen in Frankreich [fr]

(c) Service d'information du gouvernement - JPEG Das am 13. Januar 2011 verabschiedete Gesetz über eine Quotenregelung zum Ausgleich des Frauen- und Männeranteils in Aufsichts- und Verwaltungsräten und zur Gleichberechtigung am Arbeitsplatz sieht vor, dass bis 2017 Aufsichts- und Verwaltungsräte in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern je zu 40 % mit Frauen besetzt sein müssen.

Der Text sieht die Einführung einer Frauenquote in den Führungsgremien großer Unternehmen in zwei Etappen vor. Hiervon betroffen sind die Aufsichts- und Verwaltungsräte (nicht die Vorstände) börsennotierter und öffentlicher Unternehmen.

• Drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes, d. h. 2014, muss der Frauenanteil in den betroffenen Gremien mindestens 20 % betragen. Verwaltungsräte, in denen bei Inkrafttreten des Gesetzes keine Frau vertreten ist, müssen innerhalb von sechs Monaten eine Frau wählen.

• Sechs Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes, d. h. 2017, muss der Frauenanteil in den Führungsgremien 40 % erreicht haben.

Bei Nichteinhaltung der Quoten sind Ernennungen (außer die von Frauen) ungültig.

Zum Gesetz gehört ebenfalls ein Sanktionsmechanismus mit der Möglichkeit einer zeitweisen Aussetzung der Sitzungsgelder in den Aufsichts- und Verwaltungsräten bei Nichteinhalten der gesetzlichen Regelungen.

- Gesetzestext

Das Gesetz wird auch vom französischen Arbeitgeberverband MEDEF unterstützt,
Die MEDEF und der Verband der privaten Unternehmen AFEP hatten schon im April 2010 einen Verhaltenskodex für Unternehmen verabschiedet, der sich die Ziele des Gesetzes zu eigen gemacht hatte. Laut MEDEF war seit dem Beginn der Diskussion über verbindliche Quoten der Anteil der Frauen in den Aufsichträten schon deutlich – von 10 % auf 15,3 % im September 2010 – angestiegen.

Letzte Änderung 27/11/2014

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