Deutsch-französische Konferenz in Paris: Digitalisierung Europas voranbringen [fr]

Frankreich und Deutschland wollen die Digitalisierung Europas voranbringen, so der Tenor der deutsch-französischen Konferenz zur digitalen Wirtschaft, die am 27. Oktober 2015 auf Einladung von Staatspräsident François Hollande im Elysée-Palst stattfand und an der auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des European Round Table of Industrialists (ERT) Benoît Potier teilnahmen.

400 Repräsentanten von Start-ups, internationalen Unternehmen und öffentlichen Institutionen diskutierten dabei in zwei Panels wie das Wachstum von Start-ups beschleunigt und der digitale industrielle Wandel in Europa vorangetrieben werden könne.

Staatspräsident Hollande forderte in seiner Abschlussrede, die digitalen Anstrengungen in Europa für die Entwicklung der Industrie der Zukunft zu verstärken. "Wir wollen der Kontinent sein, der im Bereich der digitalen Wirtschaft der beste der Welt sein kann“, so der Staatspräsident. Zudem forderte er, mittels internationaler Abmachungen besonders auch mit den USA mehr für den Schutz der Daten der europäischen Bürger und Unternehmen zu tun.

Wirtschaftsminister Emmanuel Macron wies zudem darauf hin, dass es nicht nur neuer Finanzierungsmodelle für junge innovative Unternehmen bedürfe wie etwa das Crowdfunding, sondern auch einer grenzüberschreitenden Harmonisierung des Konkursrechtes und des Handelsrechtes. Alle möglichen Barrieren in Europa müssten fallen um die Vollendung des Binnenmarktes in diesem Bereich zu erleichtern, denn der „einzige wirkliche Markt ist der europäische, so wie es für ein amerikanisches Start-up der amerikanische und nicht der von Connecticut oder Massachussetts ist“, so der Minister.

Zusammen mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel kündigte er auf der Konferenz eine bilaterale Initiative zur Beschleunigung des digitalen Wandels der Wirtschaft in beiden Ländern und in Europa an. Dabei ginge es insbesondere um die Vernetzung der digitalen Systeme und industrieller Plattformen sowie um eine umfassende Strategie zur Herausbildung eines gemeinsamen digitalen Binnenmarktes in der EU.

Ziele sind dabei:

-  die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
-  die Entwicklung von Kompetenzen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in einer sich verändernden Arbeitswelt. Die Gründung der deutsch-französischen Akademie für Zukunftsindustrie (Mines-Télécom / Technische Universität München) ist hierzu ein erster Ansatz.
-  die Modernisierung der Industrie auf der Basis der Konzepte der „Industrie du Futur“ in Frankreich und der „Industrie 4.0“ in Deutschland.
-  die Förderung und Normierung der Standards des Big Data, wobei es auch um die Sicherheit des Datenschutzes in der Cloud und damit um die Akzeptanz in der Bevölkerung geht.
-  die Entwicklung von Start-ups, die durch die gemeinsame Bereitstellung von Risikokapital durch die Förderbanken Bpifrance und die KfW unterstützt werden sollen.

Die Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Sigmar Gabriel unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung im Sinne der genannten Ziele.

-  Gemeinsame deutsch-französische Erklärung zur Digitalisierung der Wirtschaft

Eine erste Bilanz ihrer Umsetzung soll bei dem 2016 in Deutschland geplanten Treffen zur digitalen Wirtschaft gezogen werden.

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Digitale Wirtschaft_df_Erklärung

Letzte Änderung 16/12/2015

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