Ende November/Anfang Dezember 2007 wurden traditionsgemäß die wichtigen Literaturpreise Frankreichs verliehen.
Der Prix Goncourt
Der Prix Renaudot
Der Prix Goncourt der Gymnasiasten
Der Prix Fémina
Der Prix Médicis
Datenbank Literaturpreise und der Preisträger in Frankreich
| Der Prix Goncourt |
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Gilles Leroy (48) ist am 5. November 2007 mit dem begehrtesten französischen Literaturpreis des Jahres, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet worden. Der Schriftsteller erhielt den Preis für sein insgesamt 12. Werk, Alabama Song (Verlag Mercure de France), einen Roman über das Leben Zelda Fitzgeralds, der Frau des Schriftstellers F.Scott. Fitzgerald („Der große Gatsby“).
Der seit 1903 zu Ehren der Schriftstellerbrüder Edmond und Jules Goncourt vergebene Prix Goncourt ist einer der wichtigsten Literaturpreise Frankreichs. Der Preis wird zusammen mit dem Prix Renaudot traditionsgemäß am ersten Novembermontag im Restaurant Drouant in Paris vergeben. Die 9-köpfige Jury, bestehend aus Schriftstellern und Literaturkritikern, zeichnet dabei in jedem Jahr das beste Prosawerk in französischer Sprache aus.
Auch wenn das Preisgeld mit der Summe von 10€ eher symbolischen Charakter hat, so ist doch der Erfolg in den Buchläden im In- und Ausland meist garantiert. Im Schnitt verkauft sich das ausgezeichnete Werk 300.000 mal; der Gewinner des Preises 2006 Les Bienveillantes (Die Wohlgesinnten) von Jonathan Littell ging sogar 700.000 mal über die Ladentheke.
Die Gewinner des Prix Goncourt wurden in den letzten 10 Jahren ausnahmslos in deutscher Sprache erschienen.
Liste der Gewinner des Prix Goncourt seit 1903
| Der Prix Renaudot |
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Am 5. November 2007 erhielt der Schriftsteller Daniel Pennac den Prix Renaudot des besten Romans 2007 für sein Werk Chagrin d’école (Kummer in der Schule). Pennac, einer der bedeutendsten Gegenwartsschriftsteller Frankreichs beschreibt dabei die Schule aus der Sicht eines schlechten Schülers. Das Buch ist nur drei Wochen nach seinem Erscheinen in Frankreich schon in der Spitze der Bestsellerlisten.
Der Prix Renaudot wurde 1926 von Literaturkritikern komplementär zum Prix Goncourt ins Leben gerufen. Er erinnert an den Arzt, Philantropen und Herausgeber der ersten französischen Zeitung La Gazette Théophraste Renaudot. Der Preis wird zusammen mit dem Prix Goncourt traditionsgemäß am ersten Novembermontag im Restaurant Drouant in Paris vergeben.
Liste der Gewinner des Prix Renaudot seit 1926
| Der Goncourt-Literaturpreis der Gymnasiasten |
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Der Brodeckbericht (Le Rapport de Brodeck) von Philippe Claudel wurde von der aus Schülern bestehenden Jury des Goncourt des lycéens im ersten Wahlgang auf den ersten Platz gewählt. Das Werk erzählt die Geschichte der Aufklärung eines an einem unbekannten Mann begangenen kollektiven Mordes in einem Dorf ohne Namen. Der nicht am Mord beteiligte Erzähler erhält den Auftrag, das Drama in einem Bericht zu beschreiben. Philippe Claudel erhielt 2003 schon den Renaudot-Literaturpreis für Les âmes grises (Die grauen Seelen, der bei Rohwolt erschienen ist).
Der Goncourt-Literaturpreis für Gymnasisasten wurde 1988 von der FNAC zusammen mit dem Rektorat Rennes und unter der Schirmherrschaft der Académie Goncourt ins Leben gerufen. Der Preis ist seitdem zu einem hohen Ansehen gelangt. Die Jury, die den Preisträger aus etwa 12 Romanen der offiziellen Selektion der Académie Goncourt auswählt,. besteht aus 15- 18-jährigen Schülern unter der Aufsicht ihres Literaturlehrers,
| Preisträger: | |
| 2006 | Léonora Miano, Contours du jour qui vient, Plon |
| 2005 | Sylvie Germain, Magnus, Albin Michel |
| 2004 | Philippe Grimbert, Un secret, Grasset (Ein Geheimnis, Suhrkamp, 2006) |
| 2003 | Yann Apperry, Farrago, Grasset (Das zufällige Leben des Homer Idlewidle, Aufbau, 2005) |
| Der Prix Femina |
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Eric Fottorino erhält den Prix Fémina
Der Redaktionschef der Tageszeitung Le Monde Eric Fottorino hat den Prix Fémina 2007 für seinen bei Gallimard erschienenen Roman Baisers de cinéma (Kinoküsse) erhalten.
Der 1904 unter Federführung der Gräfin Anna de Noailles von 22 Mitarbeitern des Magazins La vie heureuse (heute Fémina) geschaffene Prix Fémina wird von einer rein weiblichen Jury von 12 Frauen unter dem Vorsitz von Régine Desforges vergeben. Dieser nicht dotierte Preis ist mit in der Regel 100 000 bis 250.000 verkauften Exemplaren meist ein Kassenschlager. Er wird am ersten Novembermittwoch im Pariser Hôtel Crillon - also einige Tage vor dem Prix Goncourt - vergeben. Sein Ziel ist es, ein Gegengewicht zu diesem zu bilden, da dessen Jury ursprünglich weibliche Literaten weder fördern, noch auszeichnen wollte.
| Preisträger | |
| 2006 | Nancy Huston, Lignes de faille, Actes Sud (Ein winziger Makel, Rowohlt, à paraître,) |
| 2005 | 2005 Régis Jauffret, Asiles de fous, Gallimard |
| 2004 | Jean-Paul Dubois, Une vie française, L’Olivier (Ein französisches Leben, List Tb. 2007 |
| 2003 | Dai Sijie, Le complexe de Di, Gallimard (Muo und der Pirol im Käfig, Piper, 2004) |
| Der Prix Médicis |
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Der bei Seuil erschienene Roman La stratégie des antilopes (Die Strategie der Antilopen) von Jean Hatzfeld erhielt den Prix Médicis 2007. Das Buch des Journalisten Hatzfeld widmet sich dem Zusammenleben der Opfer und der Schlächter des früheren Bürgerkrieges in Ruanda seit 2003.
Die Begründer des 1958 geschaffenen Prix Médicis, Gala Barbisan und Jean-Paul Giraudoux, wollten mit dieser Auszeichnung einen « etwas anderen Literaturpreis » schaffen. Der Prix Médicis zeichnet in seinen drei Kategorien (französischer bzw. ausländischer Roman/Bericht sowie Essay) viel versprechende junge Autoren mit einer neuen Ton- und Stilart aus. Der Ausland-Médicis wird seit 1970 und der Essay-Médicis seit 1985 vergeben. Die Jury gibt die Preisträger zusammen mit der Jury des Prix Fémina am ersten Novembermittwoch im Pariser Hôtel Crillon bekannt.
| Preisträger | |
| 2006 | Sorj Chalandon, Une promesse, Grasset |
| 2005 | Jean-Philippe Toussaint, Fuir, Minuit (Fliehen, Frankfurter Verlags-Anstalt, 2007) |
| 2004 | Marie Nimier, La reine du silence, Gallimard |
| 2003 | Hubert Mingarelli, Quatre soldats, Le Seuil |
