Digitalisierung: Staatspräsident Hollande bei Treffen mit europäischen Unternehmenschefs in Berlin [fr]

Staatspräsident François Hollande hielt sich am 1.Juni 2015 auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Treffen mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker sowie 20 zum European Round Table of Industrialists (ERT) gehörenden Vorstandsvorsitzenden führender europäischer Unternehmen in Berlin auf.

Thema des Gesprächs waren die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die europäische Industrie und ihre globale Wettbewerbsfähigkeit.
Im Anschluss fand eine gemeinsame Pressekonferenz statt.

Pressestatement von Staatspräsident François Hollande

Zunächst einmal herzlichen Dank an Angela, dass sie mich nach Berlin eingeladen hat! Ich bin jetzt sehr regelmäßig hier und werde auch beim G7-Gipfel Ende der Woche sein, wieder in Deutschland.

Wir treffen uns nunmehr zum dritten Mal, Deutschland, Frankreich, die Europäische Kommission – heute Jean-Claude Juncker –, mit den wichtigsten europäischen Unternehmen. Ich weiß, dass viele gerne dabei gewesen wären. Das zeigt, wie sehr ein Treffen in dieser Form und diesem Umfang erwartet wurde.

Es geht uns heute um zwei große Herausforderungen: die Energie, insbesondere im Rahmen der Klimakonferenz; wie sich die europäischen Unternehmen auf die neuen Rahmenbedingungen vorbereiten können – in Bezug auf ihre Investitionsentscheidungen haben sie das bereits vorweggenommen, auch in Bezug auf die Ausbildung, vor allem in den neuen Berufen.

Die zweite Herausforderung ist die Digitalisierung – eine schöne Herausforderung, die sich Europa auf die Fahne schreiben kann. Europa kann beispielhaft vorangehen, und zwar in Bezug auf die Anpassung, auf den Energiewandel, aber auch in Bezug auf die digitale Umstellung. Dazu gibt es Bedingungen, die erfüllt werden müssen. Die erste Bedingung ist ein gemeinsamer digitaler Markt, eine Harmonisierung unserer nationalen Regelwerke und für die Unternehmen wie auch für den Einzelnen gemeinsame Zielsetzungen und ein gemeinsamer Markt.

Es sind auch Entscheidungen auf Seiten der Staaten zu treffen, sei es in Bezug auf die Besteuerung, auf die Ausbildung oder die Finanzierungen. Und es sind Entscheidungen auf europäischer Ebene zu fällen, und der Juncker-Plan kann ein Ausdruck dafür sein. Ich erinnere daran, dass der Juncker-Plan gerade angenommen worden ist, das ist ein sehr wichtiger Punkt, eine digitale Agenda, die von Europa getragen werden kann. Es gibt auch digitale Zielsetzungen. Auf jeden Fall wollten Frankreich und Deutschland ihre eigene digitale Agenda haben. Die Bundeskanzlerin und ich werden gemeinsam daran arbeiten, um zu nutzen, was wir in unserem jeweiligen Land tun können.

Ich habe die Ausbildung bereits angesprochen, und ich möchte, dass wir immer, wenn wir uns treffen, über die Jugendbeschäftigung und über die Qualifizierung sprechen können. Denn wenn wir die Arbeitslosigkeit abbauen wollen, wenn wir die Wachstumsmöglichkeiten steigern wollen, müssen wir große Anstrengungen bei der Ausbildung und der Qualifizierung im digitalen Bereich unternehmen.

Wir haben auch dafür zu sorgen, dass die persönlichen Freiheiten geschützt werden. Auch das gehört zur Aufgabe der Staaten und zur Aufgabe der Unternehmen. Schließlich müssen wir dafür sorgen, dass die Innovation ihren Platz bekommt, insbesondere die Start-ups – viele junge, aber auch weniger junge. Jedenfalls stürzen sich junge Unternehmen in die Berufe der digitalen Wirtschaft wie auch der Energiewirtschaft. Wir müssen dafür sorgen, dass ihre Entwicklung gesichert ist und dass sie genügend Finanzmittel an die Hand bekommen, sei es aus privaten wie auch öffentlichen Quellen.

Ich möchte abschießend auf die eine Herausforderung zu sprechen kommen, die mir besonders am Herzen liegt, nämlich das Erfordernis des mittel- und langfristigen Wachstums, damit Europa als ein Raum angesehen wird, der die Probleme angeht, die sich ihm stellen können, und die gibt es; aber auch ein Raum, der in der Lage ist, sich in die Zukunft hineinzuversetzen und dafür zu sorgen, dass der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit die Zielsetzung für alle Entscheidungen ist, die wir treffen müssen.

Letzte Änderung 17/08/2015

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