Duale Ausbildung kommt in Frankreich voran [fr]

Laut einer am 1. September 2016 erschienenen Studie des französischen Arbeitsministeriums ist die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in Frankreich im Jahr 2015 um 2,3 % auf 281 000 Verträge (alle Branchen zusammengenommen) angestiegen.

Dieser Anstieg ist zu großen Teilen der Einführung der Einstellungshilfe TPE jeunes apprentis zu verdanken, die seit dem 1. Januar 2015 sehr kleine Unternehmen bei der Einstellung von minderjährigen Auszubildenden finanziell unterstützt: Der Staat zahlt Firmen mit weniger als elf Mitarbeitern 4 400 € für das erste Lehrjahr eines neu eingestellten minderjährigen Auszubildenden. Seit Inkrafttreten der Regelung wurden zusätzlich zwischen 7 000 und 11 000 neue Ausbildungsplätze für diese Altersklasse geschaffen. Die Zahl der Ausbildungsplätze für Volljährige blieb derweilen stabil.

In der Privatwirtschaft wurden 2015 insgesamt 270 000 neue Ausbildungsverträge geschlossen, was einer Steigerung von 1,6 % im Vergleich zu 2014 entspricht. In den zwei Jahren davor war die Zahl rückläufig gewesen. Dieser Anstieg kam vor allem der Industrie (+2 %), insbesondere der Lebensmittelindustrie (+5%), und dem Dienstleistungssektor (+3%) zugute. Im Bausektor sind die Einstellungen hingegen weiter zurückgegangen (-4%). Die Studie zeigt deutlich, dass die Zahl der weiblichen Auszubildenden in den vergangenen 20 Jahren nur sehr leicht angestiegen ist (28% im Jahr 1995, 34% im Jahr 2015). Im öffentlichen Dienst ist die Zahl der neu eingestellten Azubis stark angestiegen: 11 000 neue Ausbildungsverträge (+24,8 %) wurden seit der Einführung des Einstellungsplans für Azubis im öffentlichen Dienst, der im Rahmen der Sozialkonferenz im Juli 2015 verabschiedet wurde, geschlossen. Obwohl die Gebietskörperschaften die größten Nutzer von Azubis im öffentlichen Dienst sind, vereinen sie nur 47 % der Neueinstellungen auf sich (-21 % im Vergleich zu 2014).

Die Ausbildung basiert auf einem dualen System zwischen theoretischem Lernen in der Berufsschule (den sog. centres de formation d’apprentis CFA) und dem praktischen Lernen im Unternehmen, mit dem der Auszubildende einen Vertrag schließt. Durch das im August 2016 verabschiedete neue Arbeitsgesetz (loi El Khomri) werden einige Änderungen für den Ausbildungsvertrag wirksam, unter anderem die probeweise Erweiterung der Altersbegrenzung.

- Qualifizierungsoffensive: Frankreich reformiert berufliche WeiterbIldung

- La formation professionelle

- La formation professionnelle au lycée

Letzte Änderung 19/09/2016

Seitenanfang