Einbürgerung in Frankreich: Ab 2012 wird Nachweis von Sprachkenntnissen Pflicht [fr]

JPEG Ab Januar 2012 müssen Anwärter auf die französische Staatsbürgerschaft einen Nachweis über ihre Französischkenntnisse vorlegen. Das sieht das Gesetz über Immigration, Integration und Nationalität vom 16. Juni 2011 vor.

JPEG Ab Januar 2012 müssen Anwärter auf die französische Staatsbürgerschaft einen Nachweis über ihre Französischkenntnisse vorlegen. Das sieht das Gesetz über Immigration, Integration und Nationalität vom 16. Juni 2011 vor. Die Bewerber müssen vorweisen, dass ihre Sprachkompetenz mindestens der Stufe „mündlich“ B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen entspricht. Dies gleicht dem Niveau eines Schülers am Ende seiner Schulpflicht (16 Jahre).

Laut Innenministerium muss der Bewerber „in der Lage sein, klare standardsprachliche Sätze zu verstehen, sich sprachlich im Land zurechtzufinden und ein Erlebnis mit einfachen Worten wiederzugeben“.

Einbürgerungsanwärter und Personen, die aufgrund einer Eheschließung mit einer Französin/einem Franzosen die französische Staatsbürgerschaft annehmen möchten, müssen entweder ein Sprachdiplom (z.B. das Diplôme d’études en langues française, B1- Niveau) oder eine entsprechende Bescheinigung von einer staatlich anerkannten Stelle vorweisen. Dabei sind die Diplome unbefristet gültig, die Bescheinigungen hingegen nur zwei Jahre. Im Jahre 2010 haben laut Innenministerium 130 000 Personen die französische Staatsbürgerschaft erlangt, 90 000 davon durch ein Einbürgerungsverfahren.

Français langue d’intégration (FLI) – das neue Gütesiegel für Sprachkurse

Neben den Bildungsangeboten von Staat, Gebietskörperschaften und Unternehmen können ab 2012 Sprachkurse unter dem neuen Gütesiegel Français langue d’intégration (“Integrationssprache Französisch“) angeboten werden. Das drei Jahre gültige Siegel wird vom zuständigen Ministerium nach Prüfung durch eine Kommission, bestehend aus Vertretern der öffentlichen Verwaltung und Fachleuten, an Vereinigungen, Körperschaften und Unternehmen vergeben. Es steht für einen auf die Bedürfnisse erwachsener Migranten ausgerichteten Französischunterricht mit Schwerpunkt auf mündlichem Ausdruck und Leseverstehen. Das Konzept von „Français langue d’intégration“ entspricht damit dem Bedarf an Französischunterricht für Einwanderer nicht französischer Muttersprache.

Letzte Änderung 18/11/2011

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