Englisch auch in Frankreich zunehmend dominierende Forschungssprache [fr]

JPEG Das Französische Institut für demographische Studien INED hat zwischen 2007 und 2009 eine Studie zur Rolle der lebenden Sprachen in der öffentlichen Forschung in Frankreich durchgeführt. Die jüngst vorgestellten Ergebnisse geben Aufschluss über die Art und Weise, wie die so genannte Loi Toubon, ein 1994 verabschiedetes Gesetz zum Schutz der französischen Sprache, in der Wissenschaft Anwendung findet.

Elvire, so der offizielle Name der Studie, bescheinigt eine Dominanz der englischen Sprache in allen Forschungsbereichen. In den exakten Wissenschaften ist das Französische bereits ein Randphänomen: In 96% der Forschungseinrichtungen wird überwiegend auf Englisch kommuniziert. In den Geistes- und Sozialwissenschaften liegt der Prozentsatz mit 59% etwas niedriger. Veröffentlichungen, Forschungstreffen oder wissenschaftliche Kolloquien werden vorrangig in englischer Sprache abgehalten. 25% der Hochschuldozenten, vor allem Forschungsverantwortliche und -leiter, die an Hochschulen unterrichten, geben ihre Kurse regelmäßig bzw. gelegentlich auf Englisch. Das nach dem damaligen Kulturminister Jacques Toubon benannte Sprachengesetz konnte den zunehmenden Einzug der englischen Sprache in sämtliche Bereiche der Wissenschaft also nicht verhindern.

Die Debatte über den Gebrauch der französischen Sprache im Hochschulwesen hat im Zusammenhang mit dem seit Mitte Mai im Parlament diskutierten Gesetzentwurf für Hochschulen und Forschung neuen Zündstoff erhalten. Das Gesetz sieht u.a. weitere Abschwächungen der Monopolstellung des Französischen im Hochschulunterricht vor.

- Studie des INED als PDF-Dokument (Frz.)

Letzte Änderung 06/06/2013

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