Europäische Rosetta-Mission: Wichtige Rolle des CNES bei Erforschung des Sonnensystems [fr]

GIF Die Raumsonde Rosetta, internationale Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), ist kurz davor, die Entwicklung des Sonnensystems seit seiner Entstehung aufzudecken. Dies ist dank der Analyse des Kometen 67P/Churyumow-Gerasimenko, eines Eisbrockens mit einem Durchmesser von 4 km, möglich. Frankreich war mit seiner nationalen Raumfahrtagentur CNES von Anfang an maßgeblich an diesem Projekt beteiligt. Zusammen mit Deutschland ist Frankreich der größte Geldgeber für die Rosetta-Mission, deren Gesamtkosten bei fast 1,3 Milliarden Euro liegen. Dank ihrer zahlreichen Kooperationen mit allen Weltraummächten spielt die CNES in der Wirtschaftsdiplomatie eine entscheidende Rolle.

Zum allerersten Mal wird eine Raumsonde einen Kometen über ein Jahr lang begleiten und zwar bis zu seiner der Sonne am nächsten gelegenen Umlaufbahn. Noch vor Mitte November 2014 wird die Sonde zudem versuchen, einen Roboter namens Philae auf dem Kometen abzusetzen. Philaesollauf dem Landeplatz J landen, der sich auf dem ‚Kopf‘ des entenförmigen Kometen Churyumow-Gerasimenko befindet. Dieser wurde nach den beiden ukrainischen Wissenschaftlern benannt, die ihn 1969 entdeckten.

Frankreich ist in hohem Maße an der unter der Federführung der Europäischen Weltraumorganisation stattfindenden Rosetta-Mission beteiligt.

Für Jean-Yves Le Gall, Vorsitzender der französischen Raumfahrtagentur CNES, ist „die Rosetta-Mission das wichtigste Weltraumereignis im Jahr 2014… Die CNES, die von Anfang an an der Mission beteiligt war, wird nunmehr vom Toulouser Raumfahrtzentrum aus die Augen auf den Kometenlander Philae gerichtet halten und den Kontakt mit dem Kometenkern am Ende des Jahres vorbereiten.“ Die CNES ist die öffentliche Behörde, die damit beauftragt ist, der Regierung Vorschläge zur französischen Raumfahrtpolitik zu unterbreiten und sie innerhalb Europas umzusetzen.

Auf das Fachwissen der CNES wurde in allen Projektphasen zurückgegriffen und zwar nicht nur von französischen Wissenschaftlern und Unternehmern, sondern auch von den internationalen Partnern. Somit war die CNES von den Voruntersuchungen bis hin zu den Ausführungen an dem Projekt beteiligt und lieferte beispielsweise für den Orbiter sowie den Lander hochleistungsfähige Instrumente und Komponenten.

An der Rosetta-Mission sind mehr als 300 Wissenschaftler in ganz Europa beteiligt, darunter auch zahlreiche französische Teams. Die Raumsonde Rosetta, die ausschließlich mit Solarenergie betrieben wird, ist bereits dreimal an der Erde und einmal am Mars vorbeigeflogen. Damit hat sie seit ihrem Start im Jahr 2004 in Kourou (Französisch-Guayana) mit einer Ariane-5-Rakete bereits mehr als 6,5 Milliarden Kilometer zurückgelegt.

Nachdem der LanderPhilae (mit einem Gewicht von 100kg) auf dem Kometenkern abgesetzt wurde, wird das Flaggschiff der Mission, der Orbiter Rosetta, die Erforschung des Kometen bis mindestens Dezember 2015 fortsetzen. „Wir wollen möglichst lange in der Nähe des Kometen bleiben, um seine Aktivität und Entwicklung zu erforschen, wenn er sich der Sonne nähert und sich wieder von ihr entfernt“, erklärt Francis Rocard, der bei der CNES für das Rosetta-Programm verantwortlich ist.

Diese Mission der Weltraumarchäologie verdankt ihren Namen dem ‚Stein von Rosetta‘, der es dem Franzosen Champollion zu Beginn des 19. Jahrhunderts ermöglichte, die ägyptischen Hieroglyphen zu entschlüsseln.

Neben Deutschland leistet Frankreich über die CNES bei der Rosetta-Mission den größten Beitrag. Frankreich war an acht der elf wissenschaftlichen Instrumente des Orbiters beteiligt. Darüber hinaus trägt die CNES die Verantwortung für das Science, Operationsand Navigation Center (SONC) für den LanderPhilae. Die französische Behörde liefert zudem die Batterien, die im Weltraum bei einer Durchschnittstemperatur von -40°C beinahe zehn Jahre halten. Sie koordiniert außerdem die Erweiterung der französischen Beteiligung an den wissenschaftlichen Experimenten, die von den Laboren des CNRS-INSU, des Observatoriums von Paris und von Toulouse III – Paul Sabatier durchgeführt wurden.

Als Exzellenzsektor treibt die französische Raumfahrt die Entwicklung der nationalen und internationalen Industrie voran. Die Satelliten mit elektrischem Antrieb gehören zu den 34 Projekten, die von der französischen Regierung mit der Initiative NouvelleFrance industrielle* beschlossen wurden. Nach Angaben der CNES „verfügt Frankreich mit 30 Euro pro Einwohner und Jahr nach den USA über den zweitgrößten Jahresetat für die zivile Raumfahrt pro Einwohner.“ 80% des Budgets der CNES fließen in französische Unternehmen. 40% der europäischen Raumfahrtindustrie ist in Frankreich ansässig. Der Raumfahrtsektor stellt 16 000 Arbeitsplätze in Frankreich, zu denen noch 9 000 direkte und indirekte Arbeitsplätze in Französisch-Guayana hinzukommen.Insgesamt verfügt dieser innovative Sektor, der mit einem investierten Euro 20 Euro wirtschaftlichen Gewinn erzielt, über einegroße Hebelwirkung für Industrie, Wirtschaft, Forschung und staatliche Politik.

Die CNES entwickelt zahlreiche Kooperationen mit den großen Weltraumnationen (USA, Indien, China, Japan), die ihr Zugang zu dem weltweit besten Fachwissen und eine Beteiligung an Projekten mit sehr hohem Mehrwert ermöglichen: Marserkundung mit Mars 2020, Versorgung der internationalen Raumstation ISS mit dem Raumtransporter ATV Georges Lemaître, Beobachtung von Gammastrahlenexplosionen mit der SVOM-Mission. „Wir sind überall präsent, wir verzeichnen zahlreiche Erfolge… Wir beabsichtigen auf jeden Fall, in diesem Sinne weiterzumachen, denn mehr denn je will die CNES ein Innovationsträger bleiben und zur Förderung der Innovation durch die Wissenschaft beitragen“, sagt Yves Le Gall.

Annik Bianchini

- : Französische Raumfahrtagentur (CNES)
- Europäische Weltraumorganisation (ESA)

* Die vom französischen Staatspräsidenten am 12. September 2013 vorgestellte Initiative „Das neue industrielle Frankreich“ ist ein Programm, das 34 Zukunftsprojekte umfasst, die für Wachstum und Innovation stehen, wie beispielsweise Drohnen, die thermische Sanierung von Gebäuden, intelligente Textilien oder digitale Krankenhäuser. Jede Branche hat ihren Fahrplan. Dieser umfasst die umzusetzenden öffentlichen wie privaten Maßnahmen, die jeweilige Rolle der verschiedenen Akteure, die finanziellen, regulatorischen und technologischen Instrumente sowie die zu erreichenden Ziele.

Anm.: Die imvorliegendenArtikelüber die RealitätenFrankreichs von HeutezumAusdruckgebrachtenInhalte und Meinungensind in keiner Weise alsöffentlicheVerlautbarungenanzusehen.

Letzte Änderung 23/12/2014

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