Europäisches Lebensmittelmodell für Frankreich bei TTIP nicht verhandelbar [fr]

(c) Ministére agriculture - GIF Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll und Außenhandelsstaatssekretär Matthias Fekl verwiesen in einem gemeinsamen Artikel für die Tageszeitung Le Figaro (5.3.2015) aus Anlass der Pariser Landwirtschaftsmesse auf die unterschiedlichen Weltanschauungen, die bei den laufenden transatlantischen Handelsabkommen aufeinander stießen. Das europäische Lebensmittelmodell mit einem hochwertigen Umweltschutz und hohen sozialen und gesundheitlichen Standards sei dabei nicht verhandelbar.

Artikel (leicht gekürzt)

" Frankreich ist, da sind sich alle einig, auf der ganzen Welt für die hohe Qualität seiner Lebensmittel bekannt. Dank seiner Vielfalt und des hochqualitativen gesundheitlichen Aspekts hat sich das französische Modell an die Spitze gearbeitet. Dieses Modell hat es auch verstanden, sich weiter zu entwickeln um den Ansprüchen auf Nachhaltigkeit gerecht zu werden: die Notwendigkeit, die zur Neige gehenden Ressourcen zu erhalten, die landwirtschaftlichen Gebiete vor der Landflucht zu schützen und auf die legitimen Erwartungen der Gesellschaft einzugehen. (…)

Bei dem Handel mit unseren internationalen Partnern geht es nicht nur um den Austausch von Gütern oder Leistungen, es stoßen dabei Weltanschauungen aufeinander, die sich manchmal auch aneinander reiben. Dies betrifft auch die laufenden Verhandlungen zum Handelsaustausch mit den Vereinigten Staaten im Rahmen des transatlantischen Partnerschaftsabkommen.

Die französischen und europäischen Normen, die die Rückverfolgbarkeit unserer Lebensmittel „vom Acker bis auf den Teller“ möglich machen, sind Resultat eines kollektiven Willens, den unsere Bürger im Rahmen demokratischer Prozesse zum Ausdruck gebracht haben. Dieser Wille der Bürger, selbst über ihre Ernährung zu bestimmen, spiegelt unsere Identität wider. Deshalb haben wir von vornherein verweigert, unser Lebensmittelmodell verhandelbar zu machen: der europäische Markt bleibt für Chlorhühner und Hormonrinder verschlossen. Wir weichen von dem hochwertigen Schutz unserer Umwelt, der sozialen und gesundheitlichen Standards keinen Schritt zurück. Auch nicht, was die Gesundheit unseres Viehs betrifft, denn diese ist der Kern des französischen und europäischen Modells.

In diesem Sinne stehen wir auch für die Herkunftsangabe ein. Es ist unsere Pflicht, uns für eine bessere weltweite Anerkennung der Qualität unserer Produkte einzusetzen.

Frankreich hebt bei Geschäftsverhandlungen das Topniveau des französischen Know-hows und die Qualität seiner Handelsgüter hervor und fordert dabei die Anerkennung und auch den Schutz der regionalen Labels bei seinen Handelspartnern ein. Die Besonderheit der Herkunftsangabe ist nämlich, dass sie das spezielle Produkt schützt, indem sie den Bezug zu einem bestimmten Landstrich herstellt und mit der damit verbundenen, oft jahrhundertalten Herstellungsweise. Aber das System der Herkunftsbezeichnung ist nicht das Privileg Europas. Auch wir erkennen so manche Herkunftsbezeichnung anderer Länder an und steigern die Kooperationen in diesem Bereich.

Diese Art von Schutz unserer Produkte kann nicht mit dem in der angelsächsischen Welt sehr verbreiteten System der Handelsmarken verglichen werden. So sehr die beiden Systeme parallel bei uns existieren können, wie es in Europa immer der Fall war, so wenig werden wir auf unsere Herkunftsbezeichnungen zugunsten einiger multinationaler Handelsketten verzichten. (…)

Letzte Änderung 06/05/2016

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