François Hollande vor der UN-Vollversammlung zur Weltklimakonferenz: Später wird zu spät sein [fr]

In seiner Rede vor der 70. UN-Vollversammlung am 28. September 2015 in New York unterstrich Staatspräsident François Hollande die Notwendigkeit eines erfolgreichen Abschlusses der Weltklimakonferenz COP21 am Ende des Jahres in Paris. Zudem sprach er sich für eine konsequente Bekämpfung des Terrorismus und eine Befriedung der Konflikte im vorderen Orient und in Afrika aus.

In diesem Zusammenhang plädierte er auch für die Erweiterung des UN-Sicherheitsrats, „damit die Kontinente ganz klar Verantwortung tragen.“

- Auszüge aus der Rede in Form von Tweets

Weltklimakonferenz COP 21

In Paris muss ein Abkommen geschlossen werden: Später wird zu spät sein.

Bei der COP21 müssen wir uns eine Frage stellen: Ist die Menschheit fähig,

Entscheidungen für den Erhalt des Lebens zu treffen?

Zwischenzeitlich verursacht der Klimawandel gewaltige Katastrophen: Tsunamis, Gletscherschmelze, Erdbeben.

Die USA und China sind Verpflichtungen eingegangen, die das Spiel wenden. Die ärmsten Länder haben Aufrufe gestartet.

Nichts ist gewonnen, aber alles bleibt möglich. Ein Erfolg in Paris ist möglich. Ich möchte die Bedingungen hierfür nennen.

Die erste Bedingung ist, ein allgemein gültiges, verpflichtendes und differenziertes Abkommen zu erreichen.

90 Staaten haben ihren Beitrag vorgelegt, was 80 % des CO2-Ausstoßes ausmacht, das ist beachtlich.

Ich rufe die Staaten, die es noch nicht getan haben, dazu auf, ihre nationalen Beiträge schnellstmöglich vorzulegen.

Die zweite Bedingung ist, dass wir unser Handeln langfristig gestalten müssen.
Das Abkommen von Paris darf nicht das Ziel sein, sondern ein Neustart. Es muss einen Überprüfungsmechanismus enthalten.

Die dritte Bedingung ist, dass die Industrieländer sich finanziell engagieren. 100 Mrd. € müssen bis 2020 freigesetzt werden.

Frankreich will beispielhaft sein. Unsere jährlichen Ausgaben für das Klima werden von derzeit 3 Mrd. € auf über 5 Mrd. € 2020 steigen.

Durch die Erhöhung unserer Spenden können wir den ärmsten Ländern bei der Anpassung an den Klimawandel behilflich sein.

Wenn wir es schaffen, unsere Anforderungen zu bündeln, können wir sagen, dass wir der Zukunft in die Augen gesehen haben.

Die VN müssen nicht nur dafür sorgen, dass die Welt am Ende des Jahrhunderts noch lebensfähig ist, sie muss schon heute lebenswert sein.

Konflikte im Nahen Osten und in Afrika

Syrien erfordert erneut unseren Einsatz. Suchen wir gemeinsam eine Lösung.

Über 250 000 Opfer sind es heute, darunter 12 000 Kinder. Opfer des Assad-Regimes und der Terrorgruppe Daisch.

Frankreich wird seine Unterstützung für die VN-Organisationen in den Nachbarländern Syriens um 100 Millionen erhöhen.

Wir können nicht Opfer und Täter zusammenarbeiten lassen. Assad ist der Ursprung des Problems: Er kann nicht Teil der Lösung sein.

Wir arbeiten mit allen zusammen: den Nachbarländern, den Golfstaaten, den Amerikanern, den Europäern. Aber auch mit Iran und Russland.

Frankreich hat Verantwortung übernommen, auch auf militärischer Ebene in Irak und in Syrien, und es hat Luftschläge beschlossen.

Die Massaker, Morde und Vergewaltigungen einer terroristischen Gruppe werden nicht zur Amnestie des Regimes führen.

Die Flüchtlinge fliehen seit über 3 Jahren vor dem Assad-Regime. Genau dieses Regime wirft Bomben auf Zivilisten.

Am Anfang war eine Diktatur, die ein Volk massakrierte. Da waren keine Terroristen.
Kein Land ist gegen die Geißel des Terrorismus gewappnet.

Der Terrorismus trifft die Zivilbevölkerung zahlreicher Länder. Die Konflikte warten schon zu lange auf ihre Lösung.

Flüchtlingskrise

Millionen Flüchtlinge verlassen den Nahen Osten und Afrika in der Hoffnung auf Schutz.

Wir müssen den Nachbarländern, vor allem Libanon, Jordanien und der Türkei helfen. Und den Transitländern in Afrika helfen.

Gleichzeitig muss die Welt den Flüchtlingen helfen. Aber dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) fehlen die benötigten Mittel.

Europa nimmt Flüchtlinge aus Syrien, aber auch aus Irak, Eritrea und Sudan auf. Es ist seine Pflicht.

80% der Flüchtlinge weltweit befinden sich in den südlichen Ländern. Die Schwächsten nehmen die Ärmsten auf.

Wir müssen das Leiden des syrischen Volkes stoppen, aber auch an all die Flüchtlinge denken.

Reform des UN-Sicherheitsrates

Unsere Organisation, die UNO, feiert ihr 70-jähriges Bestehen. 70 Jahre nach der Gründung steht die Welt noch immer großen Herausforderungen gegenüber.

Ich habe entschieden, dass Frankreich sich von nun an dazu verpflichtet, im Fall von Massengräueltaten nie gegen Resolutionsentwürfe zu stimmen.

Auch die ständigen Mitglieder sollen sich dazu verpflichten, im Fall von Massengräueltaten nicht das Vetorecht anzuwenden.

Frankreich plädiert für die Erweiterung des Sicherheitsrats, damit die Kontinente ganz klar Verantwortung tragen.

Letzte Änderung 24/11/2015

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