Frankreich in der Welt: Auslandsvertretungen [fr]

I. Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten verfügt weltweit über das zweitgrößte Netz diplomatischer und konsularischer Vertretungen

Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten gestaltet das außenpolitische Handeln Frankreichs, setzt Staatspräsident und Premierminister darüber in Kenntnis, verteidigt die politischen und wirtschaftlichen Interessen Frankreichs auf internationaler Ebene, fördert die Verbreitung der französischen Kultur und Wissenschaft und entwickelt Kooperationen. Es umfasst die Zentrale in Paris, eine Dienststelle in Nantes und Vertretungen in der ganzen Welt.

Insgesamt verfügt Frankreich über ein Netz von fast 400 Auslandsvertretungen. Darunter 163 Botschaften, 4 Vertretungsbüros, 16 Ständige Vertretungen, 25 Botschafter zur besonderen Verwendung, 92 Generalkonsulate und Konsulate, 5 Außenstellen, 1 Vizekonsulat und 500 honorarkonsularische Vertretungen.

Die auswärtige Kulturpolitik Frankreichs wird von insgesamt 8.000 Mitarbeitern getragen, die in den weltweit 161 Kultur- und Bildungsabteilungen, 101 Instituts français, 10 Wissenschaftsabteilungen, 445 Alliances françaises, 486 Schuleinrichtungen, 5 bilateralen Zentren, 26 Forschungsinstituten und 161 Campus France-Vertretungen tätig sind (Stand: 1. Januar 2012).

II. Zahlreiche öffentliche Einrichtungen unterstützen die Arbeit der französischen Diplomatie

-  Das Institut français mit Sitz in Paris ist Träger der auswärtigen Kulturpolitik Frankreichs und in dieser Funktion für die Förderung des künstlerischen Austauschs (Darstellende Kunst, Bildende Kunst, Architektur) und für die Verbreitung von Literatur, Film, Sprache, Wissen und Ideen zuständig. Es wurde am 1. Januar 2011 gegründet und bildet eine Art Dachorganisation für die gleichnamigen Institute weltweit. Als öffentlich-rechtliche Wirtschaftsanstalt verfügt es im Vergleich zur Vorgängerorganisation CulturesFrance, die als Verein geführt wurde, über ein breiteres Handlungsspektrum und über mehr Mittel.

Das Außenministerium vollzieht derzeit eine strukturelle Reform seiner Kulturvertretungen im Ausland mit dem Ziel, sämtliche Kultureinrichtungen eines jeden Landes neben den Alliances françaises zu einer einheitlichen Struktur unter einheitlichem Namen (Institut français) zusammenzuführen, die über größere finanzielle Autonomie und somit über mehr Flexibilität in der Ausübung ihrer Zuständigkeiten in den Bereichen Kultur, Sprachförderung und Hochschulzusammenarbeit verfügt. (Zusammenlegung der Kultur- und Bildungsabteilungen der Botschaften mit den Instituts français und den französischen Kulturzentren der einzelnen Länder zwischen 2009 et 2013).

Mit dem Gesetz vom 27. Juli 2010 wurde versuchsweise eine Angliederung dieser einheitlichen Strukturen eines jeden Landes an die Dachorganisation Institut français beschlossen.

Vor diesem Hintergrund sind die öffentlichen französischen Kulturvertretungen von zwölf Ländern (Kambodscha, Chile, Dänemark, Vereinigte Arabische Emirate, Georgien, Ghana, Indien, Kuwait, Vereinigtes Königreich, Senegal, Serbien, Singapur) versuchsweise rechtlich und finanziell an die Dachorganisation Institut français gebunden. Auf der Grundlage der drei im Rahmen dieser Erprobung bis spätestens Ende 2013 vorgelegten Zwischenberichte wird der Gesetzgeber dann entscheiden, ob das Netz der öffentlichen französischen Kulturvertretungen im Ausland an den neuen Kulturträger Institut français angegliedert wird.

-  Die Französische Entwicklungsagentur (AFD) ist ein wichtiges Instrument der öffentlichen Entwicklungshilfe.

-  Die französische Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (AEFE), eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts unter Aufsicht des Außenministeriums, betreut die schulische Versorgung von französischen Kindern und Jugendlichen im Ausland und trägt damit zur internationalen Verbreitung der französischen Sprache und Kultur bei.

-  CampusFrance fördert das französische Hochschulwesen und die Berufsbildung im Ausland und betreut ausländische Studierende und Forscher in Frankreich.

-  France Expertise internationale (FEI) ist eine öffentliche Agentur im Dienste der internationalen Zusammenarbeit und Entwicklung.

-  Canal France International (CFI) fördert die Medienentwicklung in Afrika, im Mittelmeerraum, auf dem Balkan, im Kaukasus und in Asien.

III. Die französischen Kultur- und Bildungseinrichtungen im Ausland sind eng mit den Kulturabteilungen der Botschaften vernetzt

Frankreich entwickelt und pflegt seit über einem Jahrhundert ein breites Netz von Kulturvertretungen in der ganzen Welt. Diese Einrichtungen - Instituts français, französische Kulturzentren und Alliances françaises - arbeiten eng mit den französischen Botschaften zusammen und tragen so zum Ausbau der Partnerschaften mit Kulturträgern, lokalen Gebietskörperschaften, Hochschulen und internationalen Einrichtungen bei.

Auf diese Weise wurden 2010 im Ausland an die 50.000 Veranstaltungen mit Frankreich-Bezug organisiert; 285.000 Studierende konnten 2010/2011 in Frankreich studieren (Frankreich steht an vierter Stelle in Sachen Aufnahme ausländischer Studierender); 470 ausländische Master- oder Promotionsanwärter erhalten jedes Jahr ein EIFFEL-Stipendium; 800.000 Menschen haben 2010 die Französischkurse in den Instituts français und Alliances françaises besucht und 337.000 haben sich für die französischen Sprachzertifikate angemeldet; 295.000 Schüler haben im Schuljahr 2010/2011 die französischen Schulen besucht und 1.700.000 Schüler die zweisprachigen Zweige; 12.500 Kooperationsprojekte konnten 2011 auf regionaler und kommunaler Ebene auf den Weg gebracht werden, darunter 350 mit Kofinanzierung durch das Außenministerium und 160 Archäologie-Projekte.

Letzte Änderung 15/11/2013

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