Frankreich legt Ergebnisse der Abgasuntersuchungen bei Diesel-Kfz vor [fr]

Frankreich hatte als erstes Land ein transparentes Vorgehen bei der Kontrolle der Schadstoffemissionen bei Diesel-Fahrzeugen in die Wege geleitet.

Am 28. April 2016 zog der unabhängige Fachausschuss zur Kontrolle der Schadstoffemissionen von Fahrzeugen nun eine Zwischenbilanz des Kontrollprogramms von 100 Fahrzeugen. Dieses war in Folge des Bekanntwerdens der Schadstoffemissionen von Fahrzeugen der Volkswagengruppe in Auftrag gegeben worden.

Mehrere andere europäische Länder waren dem französischen Beispiel gefolgt. Deutschland und das Vereinigte Königreich haben bereits die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlicht.

Die in Frankreich bei 52 Fahrzeugen von 15 verschiedenen Herstellern durchgeführten Tests haben zu ähnlichen Ergebnissen geführt:

-  Es wurde keinerlei Abschalteinrichtung gefunden, die einen Betrug bei den Fahrzyklen ermöglichen;
-  Unter realen Fahrbedingungen haben die Tests dennoch beachtliche Überschreitungen aufgezeigt, insbesondere beim Stickoxid;
-  Zur Erhaltung bestimmter Antriebselemente funktionieren die von mehreren Herstellern verwendeten Abgasreinigungssysteme nicht fortdauernd optimal.
Acht französische und ausländische Hersteller, bei denen Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden, wurden vom unabhängigen Fachausschuss angehört (Renault, FCA – Fiat Chrysler Automobiles, Mercedes, Volkswagen, PSA, Nissan, Opel und Ford).

Für die Unregelmäßigkeiten aufweisenden Modelle müssen die Hersteller schnell Verbesserungspläne vorlegen, in denen die Zahl der betroffenen Fahrzeuge, der Ursprung der festgestellten Unregelmäßigkeiten und die geplanten Maßnahmen zur Einhaltung der festgesetzten Grenzwerte genannt werden. Für Neufahrzeuge sollen die Zulassungsbehörden entscheiden, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichend sind oder, wenn es angebracht ist, den Verkauf stoppen. Für neu zuzulassende Fahrzeuge ermöglicht die europäische RDE-Verordnung ab 2017 die Durchführung von Tests unter realen Fahrbedingungen.

Zur Wiederherstellung des Vertrauens der Konsumenten müssen strenge Maßnahmen ergriffen werden. Auf europäischer Ebene unterstützt Frankreich die Vorschläge der Kommission, die auf die Einrichtung eines unabhängigeren und zuverlässigeren Zulassungstestsystems abzielen. Auf nationaler Ebene wird Umweltministerin Ségolène Royal in den kommenden Tagen eine Verordnung zur Beratung vorlegen, die es ermöglichen wird, Tests zum Schadstoffausstoß während der technischen Überprüfung durchzuführen.

Ab 1. Juli 2016 werden Umweltplaketten vergeben, wodurch die Fahrzeuge nach ihrem Schadstoffausstoß klassifiziert werden. Sie ermöglichen die Schaffung von Verkehrsbereichen mit eingeschränktem Zugang, wie es das Gesetz zum Energiewandel vorsieht. Die Eintauschprämie für alte Dieselfahrzeuge, die beim Kauf eines Elektroautos einen Bonus von bis zu 10 000 Euro in Aussicht stellt, zeigt interessante Ergebnisse. Mit mehr als 10 000 zugelassenen Elektroautos seit Jahresbeginn steht Frankreich an der Spitze des europäischen Markts.

Letzte Änderung 27/07/2016

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