Frankreich verabschiedet Gesetz zu ganzheitlicher Wachstumsmessung [fr]

Frankreich hat als eines der ersten Länder am 13. April 2015 in der Nationalversammlung endgültig ein Gesetz verabschiedet, das für die Berechnung der Entwicklung des Wohlstandes in Zukunft nicht nur das Wachstum, sondern auch Indikatoren wie Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung berücksichtigt.

Seit einigen Jahren steht die alleinige Messung des Wohlstandes und der Lebensqualität einer Gesellschaft über das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der Kritik, und das nicht nur in Frankreich. 2008 hatte die französische Regierung deshalb die sogenannte Steglitz-Sen Kommission eingesetzt (Commission sur la Mesure de la Performance Économique et du Progrès Social), um Alternativen mit ganzheitlichen Wohlstands- bzw. Fortschrittsindikatoren zu entwickeln. Auch in Deutschland beschäftigte sich eine Enquete-Kommission des Bundestages (2011-2013) mit diesem Thema.

In praktischer Konsequenz verpflichtet das neue Gesetz die französische Regierung in Zukunft, jeweils Anfang Oktober eines Jahres der Nationalversammlung und dem Senat einen Bericht zur mittelfristigen Entwicklung von Lebensqualität und Nachhaltigkeit vorzulegen. Dieser muss eine qualitative und quantitative Analyse der verabschiedeten und geplanten Reformen in Bezug auf diese Indikatoren und die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts beinhalten.

Letzte Änderung 19/06/2015

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