Frankreich verschärft elektronische Verkehrsüberwachung [fr]

Seit Jahresbeginn 2017 sind in Frankreich verschärfte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen in Kraft getreten. Elf verschiedene Arten von Verkehrsdelikten können in Zukunft geahndet werden, ohne dass der Verursacher direkt von den Ordnungskräften angehalten wird (s.u.).

Für ein wirksameres Vorgehen gegen gefährdendes Verkehrsverhalten wurde die Straßenverkehrsordnung per Dekret vom 28. Dezember 2016 dahingehend abgeändert, dass per Videoüberwachung und durch hierfür ausgelegte Radargeräte eine verstärkte Kontrolle der Verkehrsteilnehmer möglich wird.

Das Verfahren der „Videoverfolgung“ von Verkehrsdelikten existiert bereits seit 2008. Es ermöglicht einem dazu autorisierten Mitarbeiter, auf einem Kontrollbildschirm Verkehrsdelikte festzustellen, die von einer Überwachungskamera im öffentlichen Raum gefilmt wurden. Die Aufnahme gibt Aufschluss über das betreffende Fahrzeug und dessen Halter. Der Mitarbeiter kann sodann auf elektronischem Weg ein Strafmandat veranlassen. Dieses wird automatisch an die zuständige Zentrale (Centre nationale de traitement de Rennes, CNT) weitergeleitet, die dann einen Strafbescheid an den Fahrzeughalter adressiert.

Seit 31. Dezember 2016 können insgesamt elf Arten von Verkehrsdelikten auf diese Art und Weise geahndet werden:

-  Nichtbeachtung von Ampeln, Stoppschildern, etc.
-  Nichtbeachtung der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit,
-  Nichteinhaltung des Sicherheitsabstands zwischen den Fahrzeugen,
-  Nutzung von Spuren oder Straßen, die für bestimmte Fahrzeugtypen wie Busse oder Taxen reserviert sind,
-  fehlendes Tragen des Sicherheitsgurtes,
-  Nutzung eines Mobiltelefons ohne Freisprechfunktion,
-  Fahren, Anhalten und Parken auf dem Standstreifen,
-  Überfahrung und Querung durchgezogener Linien,
-  Nichtbeachtung des Überholverbots,
-  Nichteinhaltung des für Fahrradfahrer markierten Haltebereichs an bestimmten Kreuzungen,
-  fehlendes Tragen eines Helms auf motorisierten Zweirädern.

Bis zum 31. Dezember 2018 soll dies noch um das Delikt des fehlenden Versicherungsschutzes ergänzt werden (das Anbringen des Zertifikats auf der Windschutzscheibe ist verpflichtend).

Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, vor allem in städtischen Ballungsgebieten, für eine wirksamere Verkehrssicherheit zu sorgen, und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer im Sinne einer strikten Einhaltung der Straßenverkehrsordnung nachhaltig zu beeinflussen.
Mittelfristig sollen diese Delikte auch von noch zu entwickelnden Radargeräten erkannt werden können.

Letzte Änderung 09/01/2017

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