Frankreich verzeichnet 2015 deutlich mehr Asylanträge [fr]

Dem aktuellen Bericht des französischen Amtes für den Schutz von Flüchtlingen und Staatenlosen (Ofpra) vom 8. Juni 2016 zu Folge wurden 2015 in Frankreich 80 075 Asylanträge registriert - 23,6 % mehr als 2014. Parallel hierzu wird auch der Flüchtlingsstatus immer häufiger gewährt. Die Gewährungsrate durch das Ofpra liegt bei 23 % in 2015 (26 % Anfang 2016), steigt aber auf 31,5 %, wenn man spätere Entscheidungen des nationalen Asylgerichts (CNDA) berücksichtigt. 2013 lag diese Rate noch bei nur 12,8 % und 2014 bei 16,9 %. Die Schutzrate ist besonders hoch bei Asylsuchenden aus Irak (97,9 %), Syrien (96,9 %), Zentralafrika (88,7 %), Jemen (81,6 %) und Afghanistan (80,3 %).

Dem Bericht zu Folge ist diese Entwicklung eine direkte Auswirkung der Migrationskrise, die Mitte 2015 in Europa aufgetreten ist. Der Anstieg begann im dritten Quartal 2015 und erreichte im vierten Quartal +57,4 %, im Vergleich zum letzten Quartal des Jahres 2014. Der in Frankreich 2015 verzeichnete Anstieg liegt im europäischen Durchschnitt, aber deutlich unter dem in einzelnen EU-Ländern wie Österreich (+215 %) oder Deutschland (+175 %).

Das Ofpra erklärt diese Entwicklung der Asylanträge durch das aktiver gewordene Vorgehen des Amtes:

-  bei den Migranten in Calais (fast 2 500 Asylanträge im Jahr beim Ofpra) oder in Grande-Synthe,
-  bei den Personen, die aus den Pariser Zeltstädten in Schutz genommen worden sind (über 5 000 Menschen),
-  durch seine Präsenz in Italien, Griechenland oder im Nahen Osten, um zur Aufnahme der Flüchtlinge in Frankreich beizutragen; in München und dann Ile-de France, um die aus Deutschland kommenden Flüchtlinge aufzunehmen.

Letzte Änderung 13/09/2016

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