Frankreichs Arbeitgeber verabschieden Verhaltenskodex [fr]

(c) Granier/Matignon - JPEG Der französische Arbeitgeberverband Medef und der Verband der Privatunternehmen l’Afep haben am 17.6. in Abstimmung mit der Regierung und dem Staatspräsidenten einen Verhaltenskodex für Manager vorgelegt. Die Vereinbarung, die, auch wenn sie rechtlich nicht verpflichtend ist, eine hohe Verbindlichkeit hat, umfasst auch eine Übereinkunft über Gehälter und Vergütungen. Der Verhaltenskodex wird dazu führen, dass französische Unternehmen einem der strengsten Regelwerke der OECD-Länder unterliegen.

Im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen hatte die Regierung angekündigt per Gesetz einen Verhaltenskodex festzulegen.

Die wichtigsten Punkte der Vereinbarung sind:

-  Die Einführung eines Mitspracherechts der Aktionäre (Pay on say) beim Gehalt der Vorstandsmitglieder. Sollten sie gegen den Vorschlag votieren, muss der Aufsichtsrat darüber beraten und seine gegenteilige Entscheidung öffentlich begründen.

-  Die Begrenzung gewisser Formen der Vergütung. So sollen Aktienoptionen einen gewissen Prozentsatz an der Gesamtvergütung nicht übersteigen dürfen und Vergütungen wie auch Abfindungen sind stärker am Unternehmenserfolg auszurichten. Abfindungen dürfen dabei 45% des Jahresgehalts nicht überschreiten. Auch betriebliche Pensionszusagen sollen auf 5% des Referenzgehaltes der Berufsgruppe pro Jahr begrenzt werden und sie dürfen erst nach 2-Jähriger Betriebszugehörigkeit gezahlt werden.

-  Die Begrenzung der Zahl der Mandate von Führungskräften in Aufsichtsräten auf 3 (bisher 5) und bei anderen Aufsichtsräten auf maximal 5 Mandate.

-  Die Nominierung eines Arbeitnehmervertreters im Aufsichtsrat in das Komitee zur Gehaltsfindung.

-  Die Schaffung eines unabhängigen Komitees für Unternehmensführung, das den Verhaltenskodex überwachen soll, und das bei der Missachtung der Regeln tätig werden kann.

- Vereinbarung (Frz.)

Letzte Änderung 19/06/2013

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