Frankreichs Entwicklungshilfe in Zukunft mit deutlich mehr Kapital [fr]

Frankreich erhöht durch die Vernetzung der Entwicklungsagentur AFD (Agence française du développement) mit dem staatlichen Finanzinstitut Caisse de dèpôts et consignations (CDC), seine Handlungsfähigkeit im Bereich Entwicklungshilfe. Die 1816 gegründete CDC, die gerade ihren 200. Geburtstag beging, ist in etwa mit der deutschen KFW vergleichbar.

Außenminister Laurent Fabius, Finanzminister Michel Sapin und die Staatssekretärin für Entwicklung und Frankophonie Annick Girardin stellten beim Ministerrat am 13. Januar 2016 die neue französische Entwicklungshilfestrategie vor.

Im ersten Quartal 2016 wird dem Parlament ein entsprechender Gesetzentwurf vorgelegt und ab Herbst wird ein ressortübergreifender Ausschuss für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung die Modalitäten der Reform ausarbeiten.
Die Reform steht im Zusammenhang mit der Neuordnung und Bündelung der französischen Auslandsaktivitäten. Neben dem Zusammenschluss der Agenturen für Export- und Investitionsförderung wurde Anfang 2015 mit Expertise France ein einheitliches Instrument für Entwicklungszusammenarbeit geschaffen.

Mittel zur Erreichung des 0,7% Zieles

Die französische Entwicklungspolitik wird durch die Annäherung der beiden Institute mit den notwendigen Mittel zur Umsetzung der Ziele für eine Welt ohne CO2 und Armut ausgestattet. Drei Ziele waren 2015 auf den internationalen Konferenzen festgelegt worden:

- Entwicklungsfinanzierung (Konferenz im Juli in Addis Abeba),
- nachhaltige Entwicklung (Weltgipfel im September in New York),
- Klimaziele (UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris).

Mit der Reform werden die Interventionsmittel der AFD im Ausland bis 2020 jährlich um 4 Mrd. Euro aufgestockt, davon 2 Mrd. für das Klima. Die Zuwendungen werden bis 2020 um 400 Millionen Euro erhöht – ein entscheidender Schritt Frankreichs auf dem Weg zum 0,7 %-Ziel.
Das jährliche Geschäftsvolumen der Agentur wird bis 2020 um 50 % auf 12,5 Mrd. Euro aufgestockt und die Eigenmittel in einem ersten Schritt verdreifacht, um dann bis 2035 eine Vervierfachung zu erreichen. Die Caisse des dépôts et consignations (CDC) wird die Entwicklungspolitik zudem mit einem ersten Beitrag aus Eigenmitteln in Höhe von 500 Millionen Euro bezuschussen.

Durch die Vernetzung mit der AFD wird die CDC-Gruppe, deren Bilanz sich mittelfristig auf etwa 500 Mrd. Euro belaufen wird, zu einem maßgeblichen internationalen Akteur mit einem weltweiten Netzwerk. Gleichzeitig stellt die Entwicklungsagentur ihr Know-How in den Dienst des Finanzinstituts. Aus der Vernetzung von sektorspezifischer mit finanzieller Expertise ergeben sich neue Perspektiven für eine Reihe von Themenbereichen: Energiewandel, Klima, nachhaltiger Städtebau, Migration, Digitales usw.

Auch die Finanzierung der Überseegebiete wird verbessert, und zwar mit einer Stärkung und Vereinfachung der Finanzierungsangebote sowohl für den privaten als auch für den staatlichen Sektor. Zudem ergeben sich für die Mitarbeiter beider Institute neue Karriere- und Mobilitätsmöglichkeiten bei gleichbleibenden sozialen Rahmenbedingungen.

Und schließlich wird ein international tätiges Finanzzentrum eingerichtet, das mit den Gebietskörperschaften, der Zivilgesellschaft und den Unternehmen in der nördlichen wie der südlichen Hemisphäre verbunden ist.

Letzte Änderung 30/03/2016

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