Frankreichs öffentliche Unternehmensbeteiligungen 2015/16 [fr]

Die französische Agentur für öffentliche Unternehmensbeteiligungen (APE) hat Ende Oktober 2016 ihren Jahresbericht 2015-2016 vorgelegt. Die Schwerpunkte der Aktivitäten der Agentur lagen in diesem Zeitraum in der Neuaufstellung des Nuklearbereichs, dem Beitrag zur Konsolidierung des Rüstungsbereichs in Europa und der Fortführung der Anpassungsmaßnahmen in Großunternehmen wie der Post, dem Telekommunikationsanbieter Orange, bei Air France und bei dem Energieanbieter Engie. Der Gesamtumfang der verwalteten Unternehmensbeteiligungen liegt bei 90 Mrd. €.

Ein breitgefächertes Portfolio

Das Portfolio der von der APE geführten öffentlichen Unternehmensbeteiligungen ist in Bezug auf die betroffenen Wirtschaftssektoren, den Umfang der Beteiligungen sowie die unternehmensrechtliche Form breit und vielfältig. Die 81 Unternehmen sind in unterschiedlichsten Geschäftsfeldern wie der Luftfahrt, der Rüstung, der Energie, dem Verkehr, im Dienstleistungsbereich (insbesondere Banken) oder in den audiovisuellen Medien tätig. Der Staat als Aktionär übt zudem indirekt seinen Einfluss über die Investitionsbank Bpifrance aus, von der er zusammen mit dem öffentlichen Finanzinstitut Caisse des dépôts 50% der Anteile hält.

Kennzahlen 2015-2016

- Die staatlichen Unternehmensbeteiligungen hatten zum 30. April 2016 einen Umfang von 90 Mrd. €, wobei 60 Mrd. in börsennotierten Unternehmen lagen.
- Die öffentliche Hand ist an 81 Unternehmen beteiligt.
- Der Erlös im Rahmen von Teilprivatisierungen betrug 2,3 Mrd. € (Engie, Safran, Adit, Aéroport de Toulouse).
- Die Dividendenerlöse, teilweise in Aktien, lagen 2015 bei 3,9 Mrd. €.

Die Leitlinien für staatlichen Unternehmensbeteiligungen

Seit 2014 gelten folgende vier Grundsätze für den staatlichen Aktienbesitz:

-  Die Absicherung einer ausreichenden Kontrolle in strategisch bedeutsamen Unternehmen, die in einem für die Ausübung der staatlichen Souveränität sensiblen Bereich tätig sind.
-  Die Absicherung des Fortbestandes von Unternehmen der allgemeinen Daseinsvorsorge.
-  Die Begleitung der Entwicklung oder Stabilisierung von Unternehmen, insbesondere in Bereichen, die für das nationale und europäische Wirtschaftswachstum wichtig sind.
-  Punktuelles Eingreifen im Rahmen des europäischen Regelwerks zur Rettung von Unternehmen, deren Ausfall systemische Konsequenzen hätte.

„Ich halte eine Einflussnahme des Staates für legitim, um Einfluss auf die strategische Ausrichtung von Unternehmen auszuüben, die sich in seinem Besitz befinden. (...) Im Interesse öffentlicher Unternehmensbeteiligungen bedarf es eines laufenden Überdenkens dieser Beteiligungen zur Optimierung der Steuerungsmöglichkeiten sowie ihrer strategischen und industriellen Ausrichtung.“

Michel Sapin, Wirtschafts- und Finanzminister

Letzte Änderung 16/11/2016

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