Französische Entwicklungshilfe steigt 2015 weiter [fr]

Frankreichs hat seine Entwicklungshilfe laut Jahresbericht der französischen Entwicklungshilfeagentur AFD (Agence française de développement) auch 2015 mit Ausgaben in Höhe von 8,3 Mrd. € weiter erhöht. Seit 2012 stiegen die Ausgaben für eine nachhaltigere und gerechtere Welt im Zeichen des Klimawandels somit um insgesamt 12%.

Im Zuge der im Januar 2016 beschlossenen Vernetzung der Entwicklungsagentur AFD mit dem staatlichen Finanzinstitut Caisse des dépôts et consignations (CDC) werden die Interventionsmittel der AFD im Ausland bis 2020 jährlich um 4 Mrd. Euro aufgestockt, davon 2 Mrd. € für den Klimaschutz. Die direkten Zuwendungen aus dem Haushalt werden in diesem Zeitraum um jährlich 400 Mio. € erhöht. Dieses ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Erreichung des 0,7 % Anteils der Entwicklungshilfe am Bruttoinlandsprodukt.

Eine universelle Ausrichtung

Die AFD setzt bei ihren Projekten in Afrika, Lateinamerika sowie im Nahen und Mittleren Osten konsequent auf die Strategie der Finanzierung nachhaltiger Entwicklungsziele. 55% der 2015 geleisteten Hilfen hatten daher einen positiven Einfluss auf das Klima.

Ein Schwerpunkt lag 2015 in der Umsetzung des Projektes „Porto-Novo ville verte“ in der Hauptstadt Benins. Zusammen mit der Gebietskörperschaft von Cergy-Pontoise und dem Umlandverband von Lyon soll dabei diese an der Küste liegende Lagunenstadt nach umweltgerechten und nachhaltigen Kriterien umgestaltet und wirtschaftlich entwickelt werden.

Priorität Subsahara

Ein Schwerpunkt der französischen Hilfe lag 2015 mit 3,1 Mrd. € (+6 %) in der Förderung der Subsahara-Zone. Dies entspricht 38 % des Gesamtvolumens der zur Verfügung gestellten AFD-Mittel und sogar 81 % der direkten Staatshilfen in der Entwicklungspolitik. Mehr als die Hälfte der zur Verfügung gestellten Mittel ging dabei in Infrastrukturprojekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung und zur Entwicklung der bäuerlichen Landwirtschaft sowie von arbeitsintensiven Betrieben. Hinzu kamen Initiativen zur Entwicklung des Humankapitals in Bildung und Gesundheit.

Ein Schwerpunkt war dabei die Bekämpfung des Gelbfiebers, für das es bisher noch keine flächendeckende erfolgreiche Behandlungsmethode gibt und von dem besonders Afrika betroffen ist. Die AFD unterstützte dabei das Institut Pasteur in Dakar, das der einzige Produktionsort für Impfstoffe in Afrika ist mit 6,5 Mio. €.

Veränderte Ausrichtung der Hilfen

In einer Zeit, in der Krisen zum Regelfall geworden sind, passt die AFD ihre Hilfsmaßnahmen an. So werden nicht nur humanitäre und sicherheitsrelevante Einsätze Frankreichs begleitet, sondern zunehmend auch präventiv zur Reduzierung von Konfliktpotential gearbeitet. Ein Beispiel hierfür ist die Unterstützung des Libanon und Jordaniens bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise in der Region, z.B. im Bereich Wasserbereitstellung oder psycho-soziale Betreuung.

Konkrete Erfolge

Von der AFD auf den Weg gebrachte Projekte erlaubten zwischen 2013 und 2015:

• die Beschulung von 2,6 Mio. Kindern in Grund- und weiterbildenden Schulen;
• die Verbesserung der Wohnraumversorgung für 2,6 Mio. Personen;
• die dauerhafte Versorgung von 3,8 Mio. Personen mit Trinkwasser ;
• die Entwicklung von 150 000 Kleinunternehmen;
• die Unterstützung von 710 000 landwirtschaftlichen Familienbetrieben;
• die dauerhafte Sicherung von 34 Mio. Hektar Naturräumen im SIinne der Artenvielfalt.

Letzte Änderung 21/06/2016

Seitenanfang