Französische Literaturpreise 2013 [fr]

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November 2013 wurden traditionsgemäß die wichtigen Literaturpreise Frankreichs verliehen.

- Der Prix du roman de l’Académie française
- Der Prix Goncourt
- Der Prix Goncourt der Gymnasiasten
- Der Prix Renaudot
- Der Prix Fémina
- Der Prix Médicis
- Der Prix interalliés
- Datenbank Literaturpreise und der Preisträger in Frankreich

Der Prix de l’Académie Française

Der grosse Romanpreis der Académie Française wurde am 24. Oktober 2013 an Christoph Ono-dit-Bio für Plonger (Tauchen) im Verlag Gallimard) vergeben. Darin geht es um einen Mann, der für seinen Sohn den Weg der Liebe zu seiner Frau und Mutter des Kindes nachzeichnet, die auf der Suche nach sich selbst nach Nordafrika fährt und dort tot am Strand aufgefunden wird.

Der Preis, der seit 1915 verliehen wird, ist einer der wichtigsten Preise der Académie, auch wenn er nur mit 7500 Euro dotiert ist.

Der Prix Goncourt

Der renommierte Literaturpreis Prix Goncourt wurde am 4. November 2013 an Pierre Lemaître für seinen Roman Au revoir là-haut (Auf Wiedersehen im Himmel) vergeben.

Der Roman, fast pünktlich zur 100. Wiederkehr des Beginns des 1.Weltkrieges im Verlag Albin Michel erschienen, befasst sich mit sprachlicher Eleganz und schwarzem Humor mit den Werten des Patriotismus und den Unwägbarkeiten des Neubeginns in einem Nachkriegsfrankreich, in dem die Chancen ungleich verteilt sind.

Der seit 1903 zu Ehren der Schriftstellerbrüder Edmond und Jules Goncourt vergebene Prix Goncourt ist einer der wichtigsten Literaturpreise Frankreichs. Er wird zusammen mit dem Prix Renaudot traditionsgemäß am ersten Novembermontag im Restaurant Drouant in Paris vergeben. Die 9-köpfige Jury, bestehend aus Schriftstellern und Literaturkritikern, zeichnet dabei in jedem Jahr das beste Prosawerk in französischer Sprache aus.

Auch wenn das Preisgeld mit der Summe von 10 € eher symbolischen Charakter hat, so ist doch der Erfolg in den Buchläden im In- und Ausland meist garantiert. Im Schnitt verkauft sich das ausgezeichnete Werk 300.000 Mal.

Die Gewinner des Prix Goncourt wurden in den letzten 10 Jahren ausnahmslos in die deutsche Sprache übersetzt.

Liste der Gewinner des Prix Goncourt seit 1903

Der Goncourt-Literaturpreis der Gymnasiasten

Der Goncourt-Literaturpreis der Gymnasiasten wurde am 15. Oktober
2013 an Sorj Salandan für das Werk Le quatrième mur/(Die vierte Wand) (Éditions Grasset) vergeben. Der griechisch-jüdische Regisseur und Flüchtling Georges erfüllt seinem verstorbenen Freund Sam einen letzten verrückten Wunsch: Er führt Antigone von Anouilh auf einem Schlachtfeld im Libanon auf. Die Akteure mit unterschiedlichsten Religionen und Nationalitäten haben eines gemein: sie müssten sich eigentlich gegenseitig hassen. Dennoch erschaffen sie eine gemeinsame szenische Darstellung vor Ruinen. Eine hoffnungsvolle Allegorie auf den Nahen Osten.

Der Goncourt-Literaturpreis der Gymnasiasten wurde 1988 von der FNAC zusammen mit dem Rektorat Rennes und unter der Schirmherrschaft der Académie Goncourt ins Leben gerufen. Der Preis gelangte seitdem zu hohen Ansehen. Die Jury, die den Preisträger aus etwa 12 Romanen der offiziellen Selektion der Académie Goncourt auswählt, besteht aus 15-18-jährigen Schülern unter der Aufsicht ihres Literaturlehrers.

- Chronologie der Preisträger seit 1988:

Der Prix Renaudot

Der Prix Renaudot 2013 wurde am 4. November an den Schriftsteller Yann Moix für seinen Roman Naissance/Geburt verliehen.

Der Autor setzt sich dabei in einem Wälzer mit über 1100 Seiten autobiographisch mit dem Werden des Menschen nach der Geburt auseinander - mit der Schwierigkeit sein Blut und seine Gene hinter sich zu lassen. Die Eltern haben uns das Leben gegeben, es sei an uns, es uns so schnell wie möglich wiederzuholen, so die Grundthese des Buches.

Der Prix Renaudot wurde 1926 von Literaturkritikern komplementär zum Prix Goncourt ins Leben gerufen. Er erinnert an den Arzt, Philantropen und Herausgeber der ersten französischen Zeitung La Gazette Théophraste Renaudot. Der Preis wird zusammen mit dem Prix Goncourt traditionsgemäß am ersten Novembermontag im Restaurant Drouant in Paris vergeben.

Liste der Gewinner des Prix Renaudot seit 1926

Der Prix Fémina

Der Prix Femina ging am 6. November 2013 an die in Frankreich lebende Kamerunerin Léonora Miano für La saison de l’ombre/Die Schattensaison (Editions Grasset) vergeben.

Die Autorin beschreibt in der historischen Fiktion die Suche der Frauen in der südlichen Sahararegion nach ihren in die Sklaverei verkauften Söhnen und Männern. Sie taucht dabei tief in die Mystik ein, in „das Fabulieren um zu überleben“.

Der 1904 unter Federführung der Gräfin Anna de Noailles von 22 Mitarbeitern des Magazins La vie heureuse (heute Fémina) ( geschaffene Prix Fémina wird von einer rein weiblichen Jury von 12 Frauen unter dem Vorsitz von Régine Desforges vergeben. Dieser nicht dotierte Preis ist mit 100. 000 bis 250.000 verkauften Exemplaren meist ein Kassenschlager. Er wird am ersten Novembermittwoch - also einige Tage vor dem Prix Goncourt - im Pariser Hôtel Crillon vergeben. Sein Ziel ist es, ein Gegengewicht zu diesem zu bilden, da dessen Jury ursprünglich weibliche Literaten weder fördern, noch auszeichnen wollte.

- Chronologie der Preisträger seit 1904

Der Prix Médicis

Der Prix Médicis 2013 ging am 5. November an à Marie Darrieussecq für ihren Roman Il faut beaucoup aimer les hommes/Man muss die Männer schon viel lieben.

Der im P.O.L.-Verlag erschienene Roman nimmt sich den berühmten Satz aus einem Werk Marguerite Duras’ zum Herzen. „Man muss ihn schon viel lieben, um ihn auszuhalten“: eine weiße Frau verliebt sich in einen schwarzen Mann und folgt ihm bis an die Grenze Kameruns und Äquatorial-Guineas. Dabei schlagen sie sich mit den Clichés und unterschiedlichen Erwartungshaltungen in Mischehen herum.

Die Begründer des 1958 geschaffenen Prix Médicis, Gala Barbisan und Jean-Paul Giraudoux, wollten mit dieser Auszeichnung einen « etwas anderen Literaturpreis » schaffen. Der Prix Médicis zeichnet in seinen drei Kategorien (französischer bzw. ausländischer Roman/Bericht sowie Essay) vielversprechende junge Autoren mit einer neuen Ton- und Stilart aus. Der Ausland-Médicis wird seit 1970 und der Essay-Médicis seit 1985 vergeben. Die Jury gibt die Preisträger zusammen mit der Jury des Prix Fémina am ersten Novembermittwoch im Pariser Hôtel Crillon bekannt.

Der Prix interallié

Den Prix interalliés 2013 erhielt am 21.11.2013 die Schriftstellerin Nelly Alard für Moment d’un couple/Ein Augenblick in der Ehe. In dem Roman (Editions Gallimard) bekommt es ein modernes und erfolgreiches berufstätiges Paar mit zwei Kindern aus dem 19. Arrondissement in Paris mit den Mühen der Ebene zu tun. Ist der Karrierestillstand bei der Frau frustrierend, so stellt die Untreue des Mannes alles in Frage. Kann man damit leben? Der Roman versucht mit viel Humor eine Antwort zu geben. Zwischen Feminismus und der Schwierigkeit heute ein Mann zu sein.

Der Prix interallié wurde 1930 im illustren Privatclub des Cercle de l’Union interalliée in der Nr. 33 der rue du Faubourg-Saint-Honoré in Paris von 30 Journalisten ausgelobt. Sie waren beim Warten auf das Ergebnis der Beratungen der rein weiblichen Jury zum Prix Femina auf diese Idee gekommen. Diese war so gut, dass der Preis bis heute ohne jegliches Preisgeld auskommt. Er wird im Restaurant Lasserre an der av. Franklin Roosevelt vergeben.

- Chronologie der Preisträger seit 1930

Datenbank Literaturpreise und der Preisträger in Frankreich

Letzte Änderung 12/12/2014

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