Französische Sozialversicherungen verringern Defizite deutlich [fr]

Das Defizit der französischen Sozialversicherung (Krankenkasse, Rente, Arbeitsunfälle, Familienversicherung) hat sich im Jahr 2015 laut Bericht der Budgetkommission der Sozialversicherung (CCSS) deutlich verringert. Bei einem Gesamtausgabenvolumen von 500 Mrd. € lag das Defizit dabei 2015 noch bei 6,8 Mrd. €. 2016 wird es voraussichtlich nur noch bei 3,4 Mrd. € liegen, so der Bericht. Die bisherigen Annahmen können so um 2 Mrd. € nach unten korrigiert werden.

Aufgrund einer besseren Konjunkturlage und den von der Regierung eingeleiteten Reformen betrifft die Verbesserung der Finanzlage alle Bereiche der Sozialversicherung. Während die Krankenversicherung ihr Defizit 2016 im Vergleich zu 2015 um weitere 1,7 Mrd. € senken wird, weist die Rentenversicherung Überschüsse aus. Aufgrund des starken Defizits des Rentensolidaritätsfonds, der die Rente bei nicht ausreichenden Einzahlungen auf ein Mindestniveau aufstockt [1]., kommt es aber trotzdem zu einem Defizit von 2,7 Mrd. € im Rentenbereich. Im Bereich Familie wird das Defizit noch 1 Mrd. € betragen und bei den Arbeitsunfällen kann ein Überschuss von 700 Mio. € ausgewiesen werden.

Das große Sorgenkind der Sozialversicherung bleibt nach einem Bericht des Rechnungshofes vom 20.September 2016 aufgrund der Ausgabendynamik die Krankenversicherung.

Aus diesem Grund sieht der am 23. September von der Regierung vorgelegte Gesetzentwurf** für das Budget der Sozialkassen [2]im nächsten Jahr weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur bei der Krankenversicherung vor. 2017 soll somit das Gesamtdefizit auf etwa 400 Mio. € zurückgeführt werden.

[1Mindestrente 2016 für einen Einpersonenhaushalt: 800,80 € im Monat, für einen Zweipersonenhaushalt: 1 243,24 € im Monat

[2In Frankreich müssen die Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherungen grundsätzlich vom Parlament gebilligt werden.

Letzte Änderung 19/10/2016

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