Gleichstellung im Beruf: Frankreich macht ernst [fr]

JPEG Erstmals sind in Frankreich Ende April 2013 zwei Unternehmen wegen des Verstoßes gegen die Bestimmungen über gleiche Bezahlung bei gleicher Qualifikation und gleichem Diplom verurteilt worden. Ein privater und ein öffentlicher Arbeitgeber wurden zu Geldstrafen von 8500 bzw. 5000 € verurteilt, da sie den gesetzlich vorgeschriebenen Plan und die Umsetzungsmodalitäten zur Abschaffung ungerechtfertigter Gehaltsunterschiede nicht vorgelegt hatten.

Das Gesetz vom 2. November 2010 sieht vor, dass Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten unter Strafandrohung eine Unternehmensvereinbarung abschließen müssen, die zum Ziel hat, ungerechtfertigte Gehalts- und Karriereunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verhindern. Seit Anfang 2012 umfasst diese Verpflichtung auch Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten.

Mit einem Maßnahmebündel macht die Regierung bei der Umsetzung des Gesetzes ernst. Hierzu gehören die Einrichtung der Internetseite www.ega.pro.fr, der Vertrieb eines Leitfaden für das richtige Verhalten, die Intensivierung der Aufsicht der Arbeitsinspektoren und zu guter Letzt wirksame Sanktionen für Betriebe, die das Regelwerk nicht einhalten.

Gesetzliche Grundlagen



Der Arbeitgeber muss zur Absicherung der Gleichbehandlung von Männern und Frauen folgende Prinzipien respektieren:

- Diskriminierungsverbot bei Einstellungen (Geschlecht, Familiensituation usw.).

- Keine unterschiedliche Behandlung bei Gehalt und Karriereperspektive.

- Jährliche Erstellung eines schriftlichen Berichtes und Austausch darüber mit den Arbeitnehmervertretern (Bei Unternehmen mit weniger als 300 Angestellten können die Feststellungen zur Gleichstellung in den Geschäftsbericht des Unternehmens integriert werden).

- Aufklärung der Beschäftigten und Stellenbewerber über sexuelle Belästigung und Umsetzung von Maßnahmen im Unternehmen.

Bei Nichteinhaltung der Gleichstellung von Mann und Frau können zivil- und strafrechtliche Konsequenzen in die Wege geleitet werden. Nach dem Arbeitsrecht können seit dem 1. Januar 2012 Strafen gegen ein Unternehmen bei Nichtvorlage einer betrieblichen Vereinbarung und eines Aktionsplanes zur beruflichen Gleichstellung ausgesprochen werden.

Letzte Änderung 14/01/2016

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