Humanitäre Korridore für syrische Flüchtlinge [fr]

Am 14. März haben Staatspräsident François Hollande, Innenminister Bruno Le Roux und der Staatssekretär für Entwicklung Jean-Marie Le Guen sowie fünf katholische und protestantische Organisationen im Elysée-Palast das Protokoll Sant‘Egidio über die Aufnahme von 500 besonders gefährdeten syrischen Flüchtlingen aus dem Libanon in Frankreich unterzeichnet. Deren Anträge auf Asyl werden von den französischen diplomatischen Vertretungen dabei direkt vor Ort bearbeitet.

Dem italienischen Beispiel folgend, sind diese sogenannten „Humanitären Korridore“, bei denen nach internationalem Schutz suchende Flüchtlinge direkt aus den Flüchtlingslagern in das Aufnahmeland gebracht werden, eine Alternative zu den von Schleppern organisierten gefährlichen Passagen über das Mittelmeer.

Das von den Kirchen finanzierte Projekt erlaubt zudem eine geordnete Aufnahme und Integration der Flüchtlinge in Frankreich, und zwar unabhängig von ihrer konfessionellen Zugehörigkeit, worauf Staatspräsident Hollande in seiner Ansprache hinwies.

In diesem Zusammenhang machte er auch auf die moralische Verpflichtung zur Aufnahme von Gefährdeten aufmerksam, wobei die Gleichgültigkeit in Krisensituationen der größte Feind ist“. Zudem hob er die Tatsache hervor, dass eine laizistische Republik eine fruchtbare und gewollte Zusammenarbeit mit den Kirchen eingehen könne.

Angesichts der Dimension der Fluchtbewegungen bedürfe es außergewöhnlicher Maßnahmen wie dieser. Auch wenn diese Bewegungen „in Frankreich nicht am stärksten gewesen sind und unsere deutschen Nachbarn sich verlasst sahen, noch mehr zu tun, so hat sie bedeutende Ausmaße angenommen“, so der Staatspräsident. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass Frankreich im Rahmen der Umsiedlungs- und Neuansiedlungspolitik in den Jahren 2015-2017 insgesamt 20.000 Personen aufnehmen wolle.

Die Ausstellung humanitärer Visa

Frankreich stellt in relativ großem Umfange humanitäre Visa aus, die sogenannten Visa au titre de l’asile. Diese Visa können direkt bei einer französischen Botschaft bzw. bei einem Konsulat im Heimatland oder einem Drittland von Schutzbedürftigen beantragt werden.

Im Rahmen dieser Politik wurden laut Angaben des Innenministeriums seit 2012 etwa 4.200 Syrer und 4.700 Iraker aufgenommen.

Letzte Änderung 23/03/2017

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