In memoriam Albert Camus : Ein großer Schriftsteller wird 100 [fr]

JPEG Frankreich begeht am 7.November den 100. Geburtstag des 1913 in Mondovi (Dréan) im heutigen Algerien geborenen Schriftstellers und Philosophen Albert Camus. Die Werke des 1957 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten Vertreters des französischen Existentialismus, der sich selbst immer auch in der Tradition des französischen Moralismus sah, wurden in viele Sprachen übersetzt und zählen nicht nur in Frankreich zum Literaturkanon. Sein größter Erfolg war dabei der Roman Die Pest. In Deutschland ist vielen Generationen von Schülern sicherlich der Roman Der Fremde noch in lebhafter Erinnerung.

Camus lebte bis 1940 in Alger und zog dann nach Paris, wo er sich im Kampf gegen die Besetzung Frankreichs an den Untergrundaktivitäten des Combat-Netzwerks beteiligte. Mit seinem Zyklus des Absurden und seiner Thematik der ewigen Revolte des Menschen, galt er als einer der Vordenker der Generation nach dem 2. Weltkrieg.

„Ich muss Zeugnis ablegen" vermerkte Albert Camus 1935 in seinen Carnets (dt. Notizen). Sein gesamtes Werk ist dabei als ein Zeugnis des menschlichen Lebens gedacht. Nach seiner Kindheit in Alger unter dem doppelten Vorzeichen einer „Welt der Armut und des Lichts" beendete er an der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Alger ein Philosophiestudium. Sein Professor Jean Grenier war es, der in ihm das Wunsch weckte, Schriftsteller zu werden. 1937 erschien dann sein erster Novellenband Licht und Schatten.

Nach seiner Übersiedlung nach Paris entwickelte Camus seine Vorstellung des „Zyklus des Absurden" mit seinem ersten Roman Der Fremde und dem Essay Der Mythos des Sisyphos, die beide 1942 veröffentlicht wurden. Auch die Theaterstücke Das Missverständnis (1944) und Caligula (1945) lassen sich hier einordnen. Es folgte der „Zyklus der Revolte" mit den Briefen an einen deutschen Freund (1945). Dieser diente nach 1945 als Grundlage für die Zeitung Combat, deren Chefredakteur Camus war.

Sein Roman Die Pest machte Camus schlagartig berühmt (1947). Sein Werk Der Mensch in der Revolte, in dem er versucht, eine allgemein gültige Moral gegenüber dem Bösen zu entwerfen, führte zur Auseinandersetzung mit dem existentialistischen Philosophen Jean-Paul Sartre, der ihm die Gleichsetzung von Stalinismus und Nationalsozialismus vorwarf. Er geriet schnell zwischen die Fronten und erlebte den Ausbruch des Algerienkriegs auch als ein persönliches Drama.

Weitere Werke Camus’ sind Der Fall und Das Exil und das Reich, Überlegungen zur Guillotine.

Am 4. Januar 1960 kam Albert Camus bei einem Autounfall bei Villeblevin (Departement Yonne) ums Leben.

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Letzte Änderung 07/11/2013

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