Internationaler Frauentag: Frankreichs Einsatz für die Gleichstellung [fr]

Der Internationale Frauentag am 8. März erinnert an wichtige gesellschaftliche Themen und ist für Frankreich ein Bezugspunkt für seinen internationalen Einsatz für die Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau.

— Veranstaltungen zum internationalen Frauentag in der Botschaft

Worum geht es heute?

Angesichts des Erstarkens von konservativen und rückständigen Einstellungen sind die Herausforderungen für die Gleichstellung von Mann und Frau nach wie vor immens.

► Gesundheit: 2014 hatten 220 Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln und 20 Millionen freiwillige Schwangerschaftsabbrüche wurden unter unhygienischen Bedingungen vorgenommen, wodurch 50 000 Frauen starben. Über 120 Millionen Frauen und Mädchen wurden weltweit durch Genitalbeschneidung verstümmelt. In Subsahara-Afrika sind 60 % der mit HIV infizierten Menschen und 75 % der 15-24-jährigen Neuinfizierten Frauen.

► Wirtschaftliche Ungleichheiten: 70 % der weltweit 1,2 Milliarden Menschen, die von weniger als 1 Dollar pro Tag leben, sind Frauen. Sie leisten 2/3 der weltweiten Arbeitszeit und produzieren die Hälfte der Lebensmittel, erhalten jedoch nur 10 % des weltweit erzielten Einkommens und verfügen nur über 2 % des Grundbesitzes
.
► Rechtliche Ungleichbehandlung: Von den 143 Ländern, zu denen Zahlen vorliegen, gab es 2013 in 128 Ländern mindestens eine rechtliche Unterscheidung zwischen Männern und Frauen. Trotz des internationalen Rechtsrahmens gibt es noch immer einen Unterschied zwischen formaler und realer Gleichstellung. So sind 55 % der weltweit 72 Millionen Kinder, die keine Schule besuchen, Mädchen, 700 Millionen Frauen wurden zwangsverheiratet, davon mindestens jede Dritte im Alter von unter 15 Jahren. Zudem sind heute rund 80 % der Opfer von Menschenhandel Frauen und oft fehlen ihnen die finanziellen Mittel für einen Rechtsbeistand.

Was tut die französische Regierung für die Förderung der Frauenrechte in der Welt?

► Frankreich setzt sich für die Umsetzung der maßgeblichen Gesetze für Frauenrechte ein, wie das Übereinkommen zur Beseitung jeder Form von Diskriminierung der Frau (1979) oder die Erklärung und das Aktionsprogramm von Peking (verabschiedet auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking), die neben den Grundrechten der Frauen das uneingeschränkte Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und selbstbestimmte Mutterschaft und den Schutz vor Gewalt enthalten .

► Bei den Vereinten Nationen hat sich Frankreich u.a. aktiv an der Verabschiedung und Umsetzung der Resolution „Frauen, Frieden und Sicherheit“ des Sicherheitsrates beteiligt, die auf einen stärkeren Schutz von Frauen in Konflikten und ihre Beteiligung an Friedensverhandlungen sowie Entscheidungsprozessen abzielt. Hinzu kommt der Einsatz für die Gründung der UN Women. Frankreich ist zudem stark in die Aktivitäten der Frauenrechtskommission eingebunden, die sich für die Geschlechtergleichstellung und die Frauenförderung einsetzt. Zudem wird es auf der 61. Sitzung dieses Ausschusses (13.-24. März 2017) einen Vorschlag des Europäischen Parlaments vorlegen, der Empfehlungen zur Förderung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen enthält.

► Die im Juli 2013 vom Außenministerium verbschiedete Strategie „Gender und Entwicklung“ mit dem Grundsatz der Gleichstellung von Mann und Frau in allen französischen Projekten und Programmen definiert einen Handlungsrahmen, der "Gender Mainstreaming" in allen Tätigkeitsbereichen befürwortet. In diesem Zusammenhang sind die verschiedenen Projekte zu erwähnen, die 2016 in Côte d‘Ivoire im Zusammenhang mit Problemen wie sexueller Gewalt und wirtschaftlicher Unabhängigkeit von Frauen umgesetzt wurden.

Die in den französischen Auslandsvertretungen organisierten Veranstaltungen sind Teil der von Frankreich befürworteten Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau.

Letzte Änderung 20/03/2017

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