Kinderbetreuung in Frankreich

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Die Kinderbetreuung steht im Mittelpunkt der Politik zur Unterstützung von Familien mit Kleinkindern. Die öffentliche Hand gab dafür 2013 insgesamt etwa 30 Mrd. € aus. Die Betreuung wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut und ist für Kinder unter 6 Jahren bestimmt.

In der Praxis zielt die Politik hauptsächlich auf unter 3-Jährige ab, da nahezu alle Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren in die Vorschule gehen. Insgesamt wurden 2012 fast 48 % der Kleinkinder bis zum Alter von 3 Jahren durch Krippen und Tagesmütter betreut. Zudem betreuen viele Eltern durch die Inanspruchnahme mehrerer vergüteter Elternurlaube bzw. durch die Reduzierung ihrer beruflichen Aktivitäten ihre Kinder zu Hause. Etwa 780.000 Kinder (etwa 33 %) wurden 2012 auf diese Weise individuell betreut. Etwa ein Drittel der Kinder wird in der Familie durch nicht berufstätige Eltern bzw. durch Familienangehörige betreut.

Die Hauptlast der Betreuung von Kleinkindern im eigenen Haushalt tragen weiterhin die Frauen. Etwa 50% reduzieren ihre Arbeit bzw. geben sie ganz auf, während dies nur jeder 9. Mann tut.

Kinderbetreuung in Krippen

In den folgenden vier verschiedenen Einrichtungsformen wurden 2012 insgesamt 396.300 Kinder (2008: 210.000), d.h. 16,3 % der Kinder dieser Altersgruppe in 11.527 Einrichtungen betreut:

-  Öffentliche Krippen: Dort werden die Kinder von einem interdisziplinären Team betreut, das sich aus einer Kinderkrankenschwester, Erzieherinnen, einem Psychologen und Kinderpflegerinnen zusammensetzt.
-  Familienkrippen: Die Betreuung erfolgt hier durch eine Tagesmutter, unter der Aufsicht einer Kinderpflegerin und eines Arztes.
-  Von Eltern verwaltete Krippen: Mehrere Eltern schließen sich zusammen, gründen einen Verein und übernehmen selbst, mit Unterstützung von mindestens einer qualifizierten Person, die Betreuung.
-  Unternehmenskrippen: Sie sind an ein Unternehmen bzw. eine Behörde angegliedert. Die Kinder werden dort von Fachkräften betreut. Diese Krippenform ist selten und ist vorwiegend in großen Unternehmen und Behörden anzutreffen.

Kinderbetreuung durch Tagesmütter/-väter

316.000 Tagesmütter/-väter bieten 759.400 Plätze für Kinder unter 3 Jahren an, was 31,6 % der Kinder in diesem Alter entspricht. Die Betreuung erfolgt in der Regel in ihren Haushalten.

Elternbeiträge und Beihilfen für die Kinderbetreuung

Die Kinderbetreuung in Betreuungseinrichtungen ist kostenpflichtig. Der Eigenbeitrag richtet sich dabei nach dem Einkommen. Bei staatlich geförderten Einrichtungen sind mindestens 15% der Beiträge durch die Eltern aufzubringen.

Tagesmütter/-väter müssen ebenfalls durch die Eltern finanziert werden.
Der französische Staat kommt allerdings durch eine Reihe von Familienleistungen für ein Großteil der Finanzierung der anfallenden Kosten für die Kinderbetreuung auf.

Verwaltung und Finanzierung

Die Finanzierung der öffentlichen und Familienkrippen wird von Gebietskörperschaften (Gemeinden oder Gemeindeverbänden) und den Familienbeihilfekassen (CAF) getragen. 80 % werden auch von diesen Einrichtungen und Institutionen verwaltet. Die von den Eltern verwalteten Krippen und die Krippen in Unternehmen werden von den Vereinigungen, Arbeitgebern oder anderen privaten Akteuren finanziert.
Die öffentliche Hand finanziert zudem Sachleistungen, indem sie den Zugang zu den Betreuungsdiensten organisiert und die Aufnahmestrukturen ausstattet. Finanziert werden die Hilfen für die Kleinkinder hauptsächlich durch Arbeitgeberbeiträge und der allgemeinen Sozialsteuer CSG sowie - allerdings in geringem Maße - durch den Staat und die Gebietskörperschaften.

Letzte Änderung 06/01/2016

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