Klimavorbereitungskonferenz „Pre-COP 21“ in Paris: Ein spürbarer Wille zum Erfolg [fr]

Drei Wochen vor dem Beginn der UN-Klimakonferenz COP21 fand vom 8. bis 10. November 2015 eine Vorbereitungskonferenz (Pre-COP21) in Paris mit Teilnehmern aus 70 Ländern statt. Bei diesem Treffen ging es darum, im Vorfeld Kompromisslinien aufzuzeigen, um im Dezember zu einem allgemein gültigen und rechtsverbindlichen Übereinkommen zu gelangen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem peruanischen Vorsitzenden der COP20, Manuel Pulgar-Vidal Laurent, und der Leiterin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), Christiana Figueres, zog Außenminister Laurent Fabius eine Bilanz des Treffens.

(…) Die Schwere der Bedrohungen nimmt uns in die Pflicht, der Pariser Klimakonferenz zu einem Erfolg zu verhelfen. Mir und meinen Kollegen ist bei den Arbeiten der vergangenen drei Tage besonders aufgefallen, dass dieser Wille zum Erfolg (regelrecht) spürbar war - so unterschiedlich die verschiedenen Handelnden auch sind. (…)

Das erste, was ich von diesem Treffen hervorheben möchte, ist die Bekräftigung eines gemeinsamen Willens im Dezember in Paris ein allgemein verbindliches Abkommen zu erreichen. Ein ehrgeiziger Kompromiss ist in Reichweite und es wurden eine ganze Reihe entsprechender konkreter Vorschläge gemacht. Wir haben uns auf vier Hauptthemen bei unseren Arbeiten verständigt: die Tragweite des Abkommens, Gerechtigkeit und Differenzierung, die Finanzierung nach 2020 und die bis 2020 zu ergreifenden Maßnahmen und bereitgestellten Mittel. (…)

Wir haben zunächst Fortschritte festgestellt bei dem Vorhaben, alle fünf Jahre eine Zwischenbilanz zu ziehen, was die Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die Anpassung und die Finanzierungen angeht. Eine Bilanz, die es ermöglicht, die nationalen Beiträge nach oben hin anzupassen. (…) Das ist in der Tat sehr wichtig, denn es wird uns ermöglichen, die Lücke zwischen den 2°C, ja sogar den 1,5°C, die unser Ziel sind, und den aktuell gemäß den nationalen Beiträgen erreichbaren 3°C zu schließen.

Der zweite Fortschritt, der sich in den verschiedenen Arbeitsgruppen herauskristallisiert hat, betrifft den Grundsatz, nach dem jedes Land seine Verpflichtungen stets erhöhen muss.

Bei dem dritten Punkt geht es um die Ziele. (…) Es gab eine ganze Reihe von Gesprächen über die Formulierung eines Langfristziels. Die Formulierung, die scheinbar die meiste Zustimmung auf sich vereint, lautet „low emission climate resilient pathway“, also eine emissionsarme und dem Klima angepasste langfristige Entwicklung, die es ermöglicht, höhere, d. h. ehrgeizigere Ziele zu setzen.

Der vierte Punkt, den ich ebenfalls für einen Fortschritt halte, betrifft die Klimafinanzierung nach 2020. Es scheint, als würde die Idee eines Mindestbetrags ihren Weg machen, was bisher nicht so eindeutig war. Wie Sie wissen, wurde das Jahresziel für 2020 auf 100 Milliarden Dollar von den nördlichen Ländern an die südlichen Länder für Klimazwecke gesetzt. Die Frage, was nach 2020 passiert, ist immer noch offen, aber die Meinung, man solle diese 100 Milliarden Dollar als Mindestbetrag betrachten und zusätzlich Beiträge von neuen Geldgebern zulassen, die bisher noch nie so deutlich angesprochen wurde, war in den Gesprächen immer wieder zu hören.(…)

Letzte Änderung 07/01/2016

Seitenanfang