Landwirtschaft mit grüner Perspektive: Frankreich und die GAP

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50 Jahre nach ihrer Gründung im Jahre 1962 erhält die GAP ein grüneres Gewand. Als wichtiger landwirtschaftlicher Produzent und Exporteur der EU und Vorreiter in Sachen Entwicklung ländlicher Gebiete und nachhaltiger Agrarentwicklung leistet Frankreich einen wesentlichen Beitrag zum europäischen Zusammenhalt.

„Seit 50 Jahren bewahrt die EU mit der GAP den ländlichen Raum in seiner Vielfalt und sichert Arbeitsplätze in den strukturschwächsten Gebieten. Durch sie wird die Authentizität einheimischer Erzeugnisse geschützt und aufgewertet.“ (Agrarminister Stéphane Le Foll)
2014 soll eine neue, grünere GAP in Kraft treten, wobei 30 % der Direktzahlungen als Ökologisierungskomponente gezahlt werden. Dies soll zum Greening der landwirtschaftlichen Betriebe beitragen. Für den Minister für Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft, Stéphane Le Foll, gibt das 50-jährige Bestehen der GAP Anlass, sich noch einmal vor Augen zu führen, dass Europa auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft eine Chance für die ländlichen Gebiete in Frankreich ist.
Wirtschafts- und Umweltleistung miteinander verbinden

„Mit Hilfe der GAP dürfte es möglich sein, den Übergang zu nachhaltigeren Agrarmodellen zu meistern und ökonomische mit ökologischer Leistung zu verbinden.“ (Stéphane Le Foll)

Die Landwirtschaft steht vor der zweifachen Herausforderung, auf effiziente Weise Lebensmittel zu produzieren und dabei gleichzeitig die Umwelt zu erhalten.

Zum Schutze der Bodenfruchtbarkeit und der Gesundheit der Zuchttiere unterliegt der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (synthetische Pestizide, Herbizide, chemische Düngemittel, Antibiotika, genetisch veränderte Organismen usw.) strengen Auflagen, bis hin zum Verbot bestimmter Produkte. Frankreich hat sich im Rahmen des 41 Millionen Euro umfassenden Programms „Plan Ecophyto 2008-2018“ zum Ziel gesetzt, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2018 um 50 % zu reduzieren.

Dank entsprechender Maßnahmen konnte der Ausstoß von Treibhausgasen zwischen 1990 und 2007 von 11 % auf 9,3 % gesenkt werden. Erzeugnisse aus biologischem Anbau werden mit einem europäischen Label gekennzeichnet. Der europäische Markt ist weltweit führend im Bereich der biologischen Landwirtschaft.
Seit der Verabschiedung der Agenda 2000 im Jahre 1999 in Berlin steht die Entwicklung des ländlichen Raums im Zentrum der EU-Agrarpolitik: Mit den Beihilfen zugunsten der ländlichen Entwicklung wurde die GAP um eine zweite Säule erweitert, auf die ein Viertel des Budgets entfällt. Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) bildet das entsprechende Finanzierungsinstrument. Im Zeitraum 2007-2013 sind rund 96 Milliarden Euro aus dem Fonds in die ländliche Entwicklung in den 27 Ländern der Europäischen Union geflossen. Frankreich erhält 7,6 Milliarden Euro aus dem Fonds.

Frankreichs Landwirtschaft in Zahlen 2010




- landwirtschaftliche Produktion: 65 Milliarden Euro (19 % der EU-Produktion)
-  landwirtschaftliche Nutzfläche: 290 000 km2 (53 % des Staatsgebiets)
-  Gesamtfläche des Staatsgebiets: 549 087 km2
-  Anzahl der Betriebe: 500.000
- Beschäftigte 966.000
- Beschäftigte in der Lebensmittelindustrie: 588 000



Frankreich ist ein stark agrarisch geprägtes Land: Rund 80 % der Landesfläche sind Agrarflächen, Wälder und Landgemeinden. In diesen Gegenden spielen Landwirtschaft und Weinbau eine wesentliche Rolle für die Raumordnung und die Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen. Agrar- und Weinsektor leisten einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Diversifizierung der ländlichen Gemeinden.

Die Agrarindustrie ist ein wichtiger Arbeitgeber und umsatzstarker Sektor Frankreichs: 70 % der landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden von der Agrarindustrie verarbeitet.

Letzte Änderung 05/01/2016

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