Neues französisches Verteidigungsministeriums eingeweiht [fr]

Frankreichs Verteidigungsministerium hat mit dem am 5. November 2015 von Staatspräsident François Hollande eingeweihten Hexagone Balard im 15. Arrondissement von Paris einen neuen Sitz. Der Neubau ist nicht nur eine wichtige Etappe des Reform- und Modernisierungsprozesses der französischen Streitkräfte, sondern steht auch für bedeutende Effizienzgewinne in Zeiten knapper Haushaltsmittel.

Der im Dezember 2007 auf den Weg gebrachte neue Dienstsitz – manche sprechen vom französischen Pentagon – wird auf einer Gesamtfläche von 16,5 ha (330 000 m2 Gebäudefläche) die drei Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe sowie ihre Stäbe, die Generaldirektion Rüstung (DGA) und weitere Dienststellen beherbergen. Neben Neubauten wurden dabei auch schon existierende von den Streitkräften genutzte Gebäude modernisiert und in das Gesamtkonzept integriert.

Die insgesamt 9221 Beschäftigten waren bisher auf zwölf Standorte verteilt.
Die neuen Örtlichkeiten erlauben insbesondere eine bessere Vernetzung von Stäben und der Generaldirektionen und eine bessere Operationsfähigkeit bei der Krisenbewältigung. Hierfür steht insbesondere das Hauptgebäude mit 150 000 qm Bürofläche und einem Bunker, der eine ultramoderne Operationszentrale beherbergt.
Neben einigen architekturalen Highlights wie einem Dach mit einer 5600 qm großen Photovoltaikanlage zur Energiegewinnung und für eine bessere Luftzirkulation auf Stelzen gebauten Gebäuden, verfügt das Anwesen mit seinen raketengeschützten Betonwänden auch über einen hohen Sicherheitsstandard.

Zu dem Gebäude mit seinen 3135 Büros,15200 Computern, 7900 Türen, 108 Aufzügen, 68 Treppenhäusern, 700 Schlafräumen und 400 Besprechungsräumen sowie Sitzungssälen gehören auch Kantinen mit insgesamt 3500 Plätzen sowie Kindergärten und ein medizinisches Zentrum.

Das in öffentlich-privater Partnerschaft erstellte Gebäude wurde federführend von der Unternehmensgruppe Opale Défense realisiert. Für die innovative Architektur stehen die Architekten Nicolas Michelin, Jean-Michel Wilmotte sowie Pierre Bolze. Ein leitendes Prinzip der Gestaltung war dabei das Konzept einer „Verteidigung in der Tiefe“.

Der Name Hexagone Balard bezieht sich auf die sechseckige Form der beiden Hauptgebäude. Das Anwesen hat eine lange militärische und symbolische Tradition. Der nördliche Teil entlang der alten Pariser Stadtbefestigung ist seit 1841 im Staatsbesitz und wurde zuerst für Militärmanöver und seit Beginn des 20. Jahrhunderts für Luftfahrtzwecke genutzt. Ein weiterer Teil mit 63 ha wurde ab 1890 als Exerzierplatz im Austausch gegen die Flächen auf dem Champs de mars genutzt. Die Stadt Paris benötigte letztere Flächen für die Weltausstellung 1889.

Dossier de presse (Frz.)

Letzte Änderung 29/12/2015

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