Räumung der Flüchtlingslager in Calais [fr]

Gemäß der Ankündigung von Innenminister Bernard Cazeneuve nach der Bestätigung des rechtmäßigen Vorgehens der Regierung durch das Verwaltungsgericht Lille vom 18. Oktober setzt Frankreich die Räumung des illegalen Flüchtlingslagers Lalande bei Calais um. Die über 7000 Flüchtlinge, die sich dort mit dem ursprünglichen Ziel Großbritannien aufhalten, werden in Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber in ganz Frankreich gebracht.

Der Innenminister hatte am 11. Oktober nach einem Gespräch mit humanitären Organisationen noch einmal die Entscheidung der Regierung vom 26. September bekräftigt, das illegale Flüchtlingslager Lalande bei Calais in den nächsten Wochen zu räumen, wo inzwischen wieder über 7000 Flüchtlinge leben, die von dort nach Großbritannien wollen.

Die aktuelle Situation sei für Frankreich unwürdig, weshalb der jetzige unhaltbare Zustand nicht weiter andauern dürfe, so der Innenminister. Die Räumung sei deshalb eine humanitäre Notwendigkeit, bei der die persönliche Situation eines jeden berücksichtigt werde. Dies gelte insbesondere für unbegleitete Jugendliche und kranke Personen, denen eine auf sie zugeschnittene Lösung und ein Weg zum Asylangeboten werde.

Für die Bewohner des Flüchtlingslagers vor Calais stünden etwa 7000 neu geschaffene Beherbergungsplätze in den über ganz Frankreich verteilten Erstaufnahmeeinrichtungen bereit. Innenminister Cazeneuve wies dabei darauf hin, dass sich in den letzten zwölf Monaten schon über 6000 Personen aus illegalen Camps in Aufnahmeeinrichtungen begeben hätten, die dort im Auftrag des Staates von humanitären Organisationen betrieben würden. 60% dieser Einrichtungen seien mit einer Kapazität von bis zu 20 Plätzen ganz besonders auf die Bedürfnisse der Geflüchteten zugeschnitten.

Weitere Informationen
-  Flüchtlingssituation in Calais
-  Frankreich bietet Alternativen für Migranten in Calais

Letzte Änderung 25/10/2016

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