Region Aquitanien: Wirtschaftliche Dynamik mit viel Kreativität [fr]

Die Region Aquitanien liegt an der Atlantikküste und ist im Bereich Luft- und Raumfahrt die drittgrößte Exportregion Frankreichs. Bereits seit Jahren baut sie mit acht wichtigen Regionen der Europäischen Union enge Partnerschaften auf. Der Weinbau und die Getreidekulturen gehören zu den zahlreichen Facetten dieser Region. Ihre Vielfältigkeit findet auch Ausdruck in den weltweit anerkannten wissenschaftlichen Kompetenzen, den angebotenen Ausbildungsgängen, die zahlreiche Studenten anziehen, sowie im hohen Innovationspotenzial. Aquitanien verabschiedete als erste französische Region einen Klimaplan und engagiert sich angesichts der neuen Herausforderungen mit neuen Instrumenten und neuen Initiativen im Kampf gegen den Klimawandel.

Aquitanien besitzt die größte Waldfläche in Kontinentalfrankreich und Westeuropa: 45 % der Gesamtfläche der Region sind bewaldet. Einen bedeutenden Stellenwert besitzen die Land- und die Forstwirtschaft sowie die meeresbezogenen Tätigkeiten. 45.500 ha der Region werden nach den Methoden der biologischen Landwirtschaft bewirtschaftet Die Region ist weltweit bekannt für ihre Produktion von AOC-Weinen. Darüber hinaus hat sie die europaweit größte Maisanbaufläche und besitzt dank der Produktionsqualität die größte Anzahl von landwirtschaftlichen Betrieben mit einem Qualitätssiegel. Aquitanien ist die größte Region Frankreichs für den Anbau von Weinen aus kontrollierten Herkunftsgebieten. Dies gilt auch für Mais, Tabak, Pflaumen der Sorte "Prunes d’ente", Erdbeeren, Kiwis, Nüsse, süßen Mais, Gänse, Enten sowie Wachteln.

Im Bereich Industrie hat die Region ein echtes Innovations-Ökosystem aufgebaut und optimal strukturiert. Das System basiert insbesondere auf der Schaffung von wissenschaftlichen Exzellenzzentren, dem Aufbau eines leistungsfähigen Technologienetzwerks sowie einer dynamischen Kooperationspolitik zwischen den Akteuren der technologischen Innovation und der Industrie. Zudem nimmt die Ausstattung der Unternehmen mit IKT-Technologien (Information und Kommunikation) immer weiter zu. In dieser Branche arbeiten in Aquitanien über 3700 Unternehmen.

Dreiviertel aller Exporte der Region entfallen allein auf vier große Sektoren: die Agrar- und Lebensmittelindustrie, chemische und pharmazeutische Produkte, Luftfahrt- und Raumfahrt sowie die Holzindustrie. Europa ist der wichtigste Absatzmarkt Aquitaniens (mehr als 8 Milliarden € Exportvolumen). Amerika ist der zweitgrößte Abnehmer, gefolgt vom Nahen Osten, Asien und Afrika. Die Infrastrukturen in der Region werden immer weiter ausgebaut, insbesondere im Transportwesen. Die sechs Flughäfen, der TGV Sud-Europe-Atlantique, das Netz regionaler Expresszüge, die Häfen von Bayonne und Bordeaux sowie das Autobahnnetz erleichtern den Transport und den Handel.

Frankreich wurde offiziell zum Gastgeberland der 21. Klimakonferenz der Vereinten Nationen im Jahr 2015 ernannt und hat sich entschieden, diese Konferenz mit dem Titel "Paris Climat 2015" unter das Motto des ökologischen Vorbilds zu stellen. Frankreich arbeitet vor diesem Hintergrund an einer Agenda der Lösungsvorschläge, um mögliche konkrete Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang hat die Region Aquitanien ein ehrgeiziges Programm verabschiedet, das über die nationalen Ziele hinausgeht, die im Regionalplan für Klima, Luft und Energie (SRCAE) (Schéma Régional Climat Air Energie) verankert sind: Verbesserung der Energieeffizienz um 30 %, Nutzung von 32 % erneuerbarer Energien im Energieendverbrauch, Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 30 %. Im Hinblick auf die Klimakonferenz in Paris fand vom 27. bis 29. Januar 2015 in Bordeaux die 16. Energietagung "Assises de l’Energie" statt. Der Höhepunkt dieser Veranstaltung war die Unterzeichnung des „Aufrufs von Bordeaux“, ein Engagement der lokalen Volksvertreter Frankreichs für eine klimafreundliche Energiepolitik.

Mit ihrer Hauptstadt Bordeaux verfügt die Region über eine Metropole von beträchtlichem Ausmaß. Der Großraum Bordeaux zählt etwa 700.000 Einwohner. Gemessen an den Infrastrukturen verfügt die Region Aquitanien über 800 km Autobahn und über ein Schienennetz von annähernd 1 600 km. Mit der künftigen Hochgeschwindigkeitsstrecke TGV-Sud-Europe-Atlantique wird Bordeaux 2017 nur noch etwa 2 Stunden von Paris entfernt sein. Der Flughafen von Bordeaux-Mérignac, der wichtigste Flughafen der Region, verzeichnete 2013 4,6 Millionen Fluggäste. Die Metropole Bordeaux ist seit 2007 UNESCO-Weltkulturerbe. Sie gehört damit zu den attraktivsten Metropolen Frankreichs und setzt alles daran, dieses Image weiter auszubauen. Es gibt zahlreiche laufende Großprojekte, insbesondere im Rahmen des umfassenden Stadtentwicklungsprogramms "Bordeaux 2030“.

Bordeaux gilt auch als Hauptstadt des Weins. Seit 1981 findet hier die internationale Wein- und Spirituosenfachmesse Vinexpo statt, die sich im Laufe der Jahre zu einer Referenz für die weltweiten Akteure des Wein- und Spirituosensektors entwickelt hat.
Bordeaux ist die viertgrößte Stadt Frankreichs und hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, in die Rangliste der Top 20 der europäischen Metropolen aufzurücken. Die Stadt ist innovativ und weltoffen, besitzt eine florierende Wirtschaft und zeigt ein verantwortungsbewusstes Handeln durch die Verabschiedung der Agenda 21 und des lokalen Klima-Energie-Plans (PCET). Bordeaux verfolgt eine kollektive Strategie, die alle Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung umfasst. Die Stadt mobilisiert alle lokalen Akteure und verfolgt einen exemplarischen, effizienten und evolutiven Ansatz. Vier Jahre Follow-up und Bewertung der Agenda 21 zeugen von dem Weg, den Aquitanien bereits zurückgelegt hat. 91 % der in diesem Rahmen getroffenen 260 mehrjährigen Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Seit 2009 ist Bordeaux in Frankreich eine Referenz für die Umsetzung der Lokalen-Agenda-21-Kriterien. Sie ist ebenfalls zur europäischen Referenz für eine nachhaltige Stadt geworden, insbesondere im Zuge ihrer Teilnahme an dem Projekt "Referenzrahmen für nachhaltige europäische Städte".

Gemeinsam mit ihren ausländischen Partnerstädten fördert die Region Aquitanien die Initiativen lokaler Akteure (Vereine, Universitäten, Gebietskörperschaften, Unternehmen, etc.) und setzt seit mehreren Jahren Nord/Nord- und Nord/Süd-Kooperationsprogramme um, insbesondere mit den frankophonen Regionen (Quebec, Region Souss Massa Drâa in Marokko, Region Diourbel im Senegal, Provinz Lao Cai in Vietnam, Region Itasy in Madagaskar) im Bereich der ländlichen und landwirtschaftlichen Entwicklung.

Durch den Aufbau einer nachhaltigen Zusammenarbeit mit zahlreichen Regionen weltweit, insbesondere in Afrika, Asien und Amerika, trägt der Regionalrat zu einer Stärkung der Präsenz sozioökonomischer Akteure Aquitaniens im Ausland bei und beteiligt sich so an der Entwicklung dieser Gebiete im Sinne der Solidarität und der Gegenseitigkeit. Darüber hinaus unterstützt die Region Aquitanien zusammen mit der Agentur Aquitaniens für internationale Zusammenarbeit Interco (Agence aquitaine de coopération internationale) zahlreiche Entwicklungsmaßnahmen im Agrar- und Lebensmittelsektor. Zudem arbeitet sie in Wirtschaftsfragen mit der chinesischen Provinz Hubei zusammen (die Anlaufstelle für Wirtschaftsfragen in Wuhan wurde 2009 eröffnet).

Annik Bianchini

Wenn Sie mehr wissen wollen, besuchen Sie uns bitte auf unseren Web-Seiten:

- www.aquitaine.fr
- www.bordeaux.cci.fr
- www.aquitaine.ademe.fr
- www.agreste.agriculture.gouv.fr

Anm.: Die im vorliegenden Artikel über die Realitäten Frankreichs von heute zum Ausdruck gebrachten Inhalte und Meinungen sind in keiner Weise als öffentliche Verlautbarungen anzusehen.

Letzte Änderung 05/06/2015

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