Staatspräsident Hollande in Ägypten: Kampf gegen Terrorismus bedarf des Rechtstaats [fr]

Staatspräsident François Hollande hielt sich vom 16.-19. April 2016 zu Gesprächen im Libanon, Ägypten und in Jordanien auf. Dabei ging es vor allem um die Stabilisierung der politisch zerrissenen Region mit großen Flüchtlingsströmen im Nahen Osten und den Kampf gegen den Terrorismus. Staatspräsident Hollande sagte den Verantwortlichen bei dieser Aufgabe die Unterstützung Frankreichs zu.

Bei seinem Besuch in Ägypten auf Einladung von Staatspräsident Abdel Fattah Al-Sissi ging es insbesondere um die Vertiefung der strategischen Partnerschaft beider Länder und um die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft unter Einschluss Frankreichs und Ägyptens zur Stabilisierung Libyens und Syriens.

Terrorismus und Menschenrechte

Auf einer Pressekonferenz am 17. April 2016 mit dem ägyptischen Staatspräsidenten unterstrich Staatspräsident Hollande, dass die Sicherheit in Europa auch von der Sicherheit Ägyptens und der Region abhänge. Beim gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus müssten auch die Ursachen und die sich daraus ergebenden Folgen berücksichtigt werden. Dies bedürfe der Entschlossenheit, „aber auch – ich erinnere daran hier in Kairo - eines Staates und eines Rechtstaates.“ Dies meine Frankreich, wenn es von Menschenrechten spreche, so Hollande, denn „die Bewahrung der Menschenrechte ist auch eine Form, den Terrorismus zu bekämpfen.“

Wirtschaftskooperationen

Staatspräsident Hollande unterstrich am 18. April 2016 auf einem Unternehmerforum die wichtige Rolle, die französische Unternehmen bei der Entwicklung Ägyptens spielen. Dies sei ein Vertrauensbeweis für die Ägypter und die Zukunft ihres Landes. Hierfür stehe auch die Tatsache, dass die 150 französischen Unternehmen mit ihren 35.000 Beschäftigten auch in den schwierigen Zeiten seit 2011 im Land geblieben seien.

Frankreich sei bisher der 6.-wichtigste ausländische Investor im Land, eine Position, die es zu verbessern gelte, so der Staatspräsident.

Beide Länder unterzeichneten bei dem Besuch mehrere Vereinbarungen und Verträge zur Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Energiegewinnung und Infrastruktur. Ein wichtiges Projekt ist dabei der Aus- und Weiterbau der Metro Kairos, deren Netz in den letzten 35 Jahren unter tatkräftiger Mithilfe französischer Unternehmen entstand. Die französischen Bauunternehmen Vinci et Bouygues, die schon 35 Metrostationen und eine Strecke von 35 km in der ägyptischen Hauptstadt realisiert haben, erhielten den Auftrag über 1,1 Mrd. € zur Verlängerung der Linie 3, die zukünftig 5 Mio. Passagiere täglich transportieren soll.

- Weitere Informationen (Frz.)

Letzte Änderung 28/06/2016

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