Staatspräsident Hollande in Katar: Rafale-Verkauf ist Ausdruck eines Vertrauensverhältnisses [fr]

Staatspräsident François Hollande hielt sich am 4. Mai in Quatar zur Unterzeichnung von Verträgen des Emirats mit dem Flugzeugbauer Dassault und dem europäischen Rüstungsunternehmen MDBA auf. Zudem unterzeichneten beide Parteien ein Abkommen über den Ausbau der bilateralen Kooperation.

Auf einer Pressekonferenz ging Staatspräsident Hollande näher auf die Rüstungsgeschäfte und weitere Geschäftsfelder ein. Dabei unterstrich er, dass es in der Region darum gehe, politische Lösungen zu finden und militärische Einsätze zu unterstützen, wenn sie nötig seien.

Im Anschluss reiste der Staatspräsident weiter ins Königreich Saudi-Arabien, wo er auf Einladung des saudischen Königs Salman Ben Abdulaziz Al Saoud am 5. Mai am außerordentlichen Gipfel des Golfrates teilnahm.

Pressekonferenz von Staatspräsident François Hollande, Doha, 4. Mai 2015

- Auszüge -

Meine Damen und Herren, ich bin nach Doha gekommen, um einen wichtigen Vertrag mit Katar zu unterzeichnen, und zwar nicht nur für Dassault mit der Rafale, sondern auch für eine ganze Anzahl anderer französischer Unternehmen, die zu den herausragenden unserer Wirtschaft gehören und deren Aufgabe es ist, dieses Flugzeug auszustatten. Der Vertrag umfasst 24 Rafale-Flugzeuge mit einer Option für weitere Käufe.

(…) Den Willen dazu hatte ich bei der Bildung der Regierung bekundet und jetzt ist es an der Umsetzung.

Wenn wir hier in Katar und weitergehend in der Region präsent sind, dann in erster Linie, weil das einer langen Tradition entspricht und weil Frankreich als ein verlässliches Land gesehen wird, dem ein Partnerland Vertrauen schenken kann.
Und diese Beständigkeit, diese Verlässlichkeit, diese Glaubwürdigkeit gestatten es uns, jetzt mit unseren Partnern – heute Katar, gestern andere, Ägypten, morgen Indien, weitere Länder – ein vertrauensvolles Verhältnis zu pflegen, das sich in einem umfangreichen Vertrag über die Rafale niederschlägt.

Ich will noch die Lage in der Region erwähnen. Denn auch hier arbeiten wir daran, politische Lösungen zu finden und militärische Einsätze zu unterstützen, wenn sie nötig sind. In Syrien suchen wir nach einem Übergang, der nicht mit Baschar Al-Assad erfolgt, das wird jeder verstehen, der aber die gesamte Opposition einbeziehen und einen Dialog mit einem Teil des Regimes ermöglichen muss.

Wir gehören außerdem der Koalition in Irak an, um den Terrorismus zu bekämpfen. Und wir übernehmen unseren Anteil an den diplomatischen Bemühungen bei der Suche nach einer Einigung mit Iran über die Atomfrage. (…)

Aus all diesen Gründen bin ich für morgen in den Kooperationsrat der Golfstaaten eingeladen. Das ist eine Ehre, die Frankreich erwiesen wird; es ist ein Zeichen für Freundschaft und für Vertrauen; und es ist der Beweis dafür, dass wir immer noch als eine Macht angesehen werden, allerdings eine Macht, die sich für den Frieden einsetzt und die für unsere Bündnispartner und für unsere Freunde die Gewährleistung dafür ist, dass sie da ist, wann immer sie gerufen wird. (…)

Bei diesem Vertrag wurde über nichts anderes verhandelt als über das Rafale-Flugzeug und das entsprechende Material zu seiner Ausstattung. Denn eine ganze Reihe von Unternehmen ist davon betroffen. An erster Stelle natürlich Dassault, aber auch Thales, Safran (…).

Es geht um hunderte, wenn nicht tausende Arbeitsplätze in vielen Regionen. Wenn wir solche Ergebnisse erzielen, dann ist das auch sehr ermutigend für die Zukunft, weil dadurch Unternehmen auch auf andere Exportfelder gelenkt werden. Heute, so denke ich, erweist uns Katar ein Zeichen des Vertrauens, morgen werden es die Golfstaaten sein. Es ist aber vor allem eine gute Nachricht für die französische Wirtschaft, für die französische Luftfahrtindustrie und für die Beschäftigung.

Wenn man die Diplomatie und unser Handeln für Frieden und Sicherheit in dieser Region mit Arbeitsplätzen in unseren Regionen verbinden kann, dann freut mich das sehr.

Letzte Änderung 01/07/2015

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