Staatspräsident Hollande zum Attentat in Seine-Maritime: Terroristen wollen uns spalten [fr]

Erklärung von Staatspräsident Hollande zum Attentat in Saint-Etienne-de-Rouvray,
26. Juli 2016

Ein Priester, Vater Jacques Hamel, ein Mann voller Güte, wurde brutal ermordet. Ihm wurde in der Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray inmitten seiner als Geiseln genommenen Gläubigen die Kehle durchgeschnitten. Die beiden Terroristen wurden von der Polizei erschossen. Ich begrüße den Mut der Polizisten, die in kürzester Zeit eingeschritten sind.

Diese abscheuliche Tat ist eine weitere Prüfung für die Nation, dabei tragen wir noch Trauer für die 84 Opfer des Attentats in Nizza und für Paris, das letztes Jahr so schwer getroffen wurde.

Nicht nur die Katholiken Frankreichs und der ganzen Welt sind erschüttert, sondern alle Franzosen, unabhängig von ihrer Überzeugung und ihrer Konfession, wurden tief in ihrem Innern getroffen. Eine Kirche anzugreifen, einen Priester zu töten, heißt, die Republik zu schänden, die Glaubensfreiheit garantiert. Es bedeutet, Schrecken zu verbreiten, denn worauf die Terroristen abzielen, ist uns zu spalten, uns zu entzweien, uns gegeneinander aufzubringen, uns zu zerreißen.

Angesichts dieser Bedrohung, die in Frankreich und Europa niemals so groß war, zeugt die Regierung im Kampf gegen den Terrorismus von größter Entschlossenheit. Sie mobilisiert menschliche und materielle Ressourcen mit einer Höhe an Präsenz unserer Gendarmen und unserer Militärs auf dem gesamten Staatsgebiet, wie es sie in der Fünften Republik noch nicht gegeben hat.

Die Regierung wendet – und wird dies auch weiter tun – mit größter Strenge die Gesetze an, die beschlossen wurden und die der Justiz, den Präfekten, den Ordnungskräften und den Nachrichtendiensten Handlungsfähigkeit geben, intensiviert durch die Verlängerung und Verstärkung des Ausnahmenzustands.

Aber ich sage es deutlich: Unsere Freiheiten einzuschränken, unseren verfassungsmäßigen Regeln zuwider zu handeln, würde nicht zur Effizienz im Kampf gegen den Terrorismus beitragen und würde den so wertvollen Zusammenhalt unserer Nation ganz gewiss schwächen.

Unser Land muss gegenseitige Überbietungen, Polemiken, Verallgemeinerungen und Argwohn vermeiden. Unser Land ist im Krieg. Im Krieg im Ausland – dies ist der Sinn der Entscheidungen, die ich in Syrien und Irak getroffen habe –,im Krieg im Inland mit der Bekämpfung der Radikalisierung durch die Verfolgung dschihadistischer Individuen und die Ausmerzung krimineller Netzwerke, und wir werden weitermachen.

Durch Beharrlichkeit werden wir ihn gewinnen. Ich schulde Ihnen auch diese Wahrheit: Der Krieg wird lang. Unsere Demokratie wurde ins Visier genommen. Sie ist das Ziel, sie wird unser Schutzschild sein. Unsere Einheit ist unsere Stärke.

Also, Französinnen, Franzosen, stehen wir geschlossen zusammen. So werden wir den Krieg gegen den Hass und den Fanatismus gewinnen, denn ich versichere Euch, diesen Krieg werden wir gewinnen. Es lebe die Republik und es lebe Frankreich!

Letzte Änderung 11/10/2016

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