Steuern auf Einkommen in Frankreich

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- Die Einkommensteuer

Die Einkommensteuer bemisst sich grundsätzlich nach dem Gesamteinkommen, das der Steuerpflichtige in dem der Besteuerung vorangegangen Kalenderjahr erzielt hat.

Die einkommensteuerpflichtigen Einkunftsarten sind :

- Grundvermögen
- Gewerbe- und landwirtschaftliche Betriebe
- Bezüge von Gesellschaftern, die Geschäftsführer sind
- Gehälter, Löhne, Pensionen und Renten
- Gewinne aus nichtgewerblichen Berufen, einschließlich der Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren, Gesellschaftsanteilen und Immobilien
- Einkünfte aus Kapitalvermögen

Die Einkommensteuer bei Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit wird nicht im Lohnsteuerabzugsverfahren erhoben. Der Steuerpflichtige muss seine Steuern selbst bis zum 31. März des folgenden Kalenderjahres endgültig erklären. Die Steuern werden veranlagt und müssen bezahlt werden per Abschlagszahlung jeweils zum 15. Februar, 15. Mai und zu einem dritten, von der Steuerverwaltung festgelegten Termin ("tiers provisionnel"). Die Arbeitgeber sind verpflichtet, dem Finanzamt die gezahlten Löhne und Gehälter jährlich mitzuteilen.

Die Summe der Einkünfte wird um die abzugsfähigen Kosten vermindert. Abzüge sind jeweils bei den Einnahmen jeder Einkunftsart vorzunehmen. Löhne und Gehälter werden um 10 % für Werbungskosten gemindert. Bei den Einnahmen aus dem Grundvermögen können Werbungskosten (z. B. für die Erhaltung, Verwaltungskosten, Hypothekenzinsen) pauschal abgezogen werden. Zinsen und Aufwendungen für Reparaturen sind unbeschränkt abzugsfähig.

Dieses Nettoeinkommen wird um bestimmte, im Gesetz abschließend genannte Aufwendungen gemindert. Die meisten persönlichen Aufwendungen werden allerdings bereits durch einen ermäßigten Steuerbetrag berücksichtigt.

Ermäßigung des Steuerbetrages:

- Lebensversicherungsbeiträge
- Kinderbetreuungskosten

Abzugsfähige Aufwendungen:

- Gemeinnützige Spenden
- Unterhaltsleistungen, die aufgrund gesetzlicher Verpflichtung gezahlt werden
- Beiträge zur Sozial-, Arbeits- und Lebensversicherung

Die Berechnung des Steuersatzes

Der Steuersatz ist ein progressiver Teilmengentarif, der jährlich der Steigerung der Lebenshaltungskosten angepasst wird. Die Einkünfte von Ehegatten, die nicht dauernd getrennt leben (bzw. von Personen, die einen zivilen Solidaritätspakt - PACS - eingegangen sind) und minderjährigen Kindern werden zusammen veranlagt. Die persönliche Leistungsfähigkeit wird durch ein System des Familiensplittings berücksichtigt. Das Gesamteinkommen wird je nach Anzahl der Familienmitglieder in Teile (Familienquotient) zerlegt. Auch andere Umstände können zu einer Erhöhung des Familienquotienten führen, z. B. berechtigt eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 40 v. H. zu einer Erhöhung um 0,5 %. Die nach dem Grundtarif auf einen Teil entfallende Steuer wird mit dem Familienquotienten multipliziert.

Kinder über 18 Jahre sind grundsätzlich getrennt zu veranlagen. Sie können jedoch unter gewissen Bedingungen in die Haushaltsbesteuerung einbezogen werden.

Einkünfte, die unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen, werden nicht besteuert. Rentner und Invaliden, deren Einkommen eine gewisse Grenze nicht übersteigt, erhalten einen Freibetrag.

- Weitere Steuern, die auf das Einkommen erhoben werden:

- die "Contribution Sociale Généralisée (CSG)" ist eine allgemeine Sozialsteuer, die auf alle Einkommensarten erhoben wird (auch Kapitaleinkommen). Ausgenommen sind allein gewisse Sparbücher, Kindergeld- und Familienleistungen sowie niedrige Lohnersatzleistungen und Renten. Die CSG mit ihrer verbreiterten Bemessungsgrundlage ersetzt seit Anfang 1998 fast vollständig den Arbeitnehmerbeitrag (0,75 %) für die Krankenversicherung. Sie beträgt augenblicklich 7,5 %.

- die "Contribution pour le Remboursement de la Dette Sociale" (CRDS), die die aufgelaufenen Defizite der Sozialversicherung tilgen soll. Diese ebensfalls auf alle Einkommensarten erhobene Steuer beträgt 0,5 % und ist auf die nächsten Jahre begrenzt.

Die Steuern können in Frankreich auch elektronisch erklärt werden.

Weitere Informationen über das französische Steuersystem, Steuerformulare, Steuerberechnung etc. in französischer Sprache sind über den Steuerserver des Wirtschafts- und Finanzministeriums abrufbar:

www.impots.gouv.fr

Die steuerliche Veranlagung von Personen, die jeweils in Deutschland bzw. Frankreich zu veranlagen sind, ist im Deutsch-Französischen Doppelbesteuerungsabkommen geregelt.

Die steuerliche Veranlagung bei Erbschaften und Schenkungen ist in einem weiteren Deutsch-Französisches Doppelbesteuerungsabkommen geregelt.

Letzte Änderung 26/10/2012

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