US-Präsidentschaftswahlen: Erklärung von Staatspräsident François Hollande [fr]

Erklärung von Staatspräsident François Hollande zum Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen

Paris, 9. November 2016

Das amerikanische Volk hat gesprochen. Es hat Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Ich gratuliere ihm, wie es zwischen zwei demokratischen Staatschefs selbstverständlich ist.

Ich denke auch an Hillary Clinton, mit der ich während der Präsidentschaft von Barack Obama zusammengearbeitet habe.

Mit dieser Wahl in Amerika bricht eine Zeit der Unsicherheit an. Ich muss ihr mit Klarsicht und Geradlinigkeit begegnen.

Die Vereinigten Staaten sind für Frankreich ein besonders vorrangiger Partner. Dabei geht es um Frieden, um die Bekämpfung des Terrorismus, um die Lage im Mittleren Osten, um die Wirtschaftsbeziehungen und den Klimaschutz.

All diese Themen werde ich unverzüglich mit der neuen amerikanischen Regierung erörtern. Am 20. Januar nimmt sie ihre Arbeit auf. Aber ich werde diese Gespräche wachsam und direkt führen, denn einige Standpunkte, die Donald Trump während des Wahlkampfs eingenommen hat, müssen an den Werten und Interessen, die wir mit den Vereinigten Staaten teilen, gemessen werden. Die Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern und unsere gemeinsame Geschichte werden uns dabei helfen.

Frankreich wird die transatlantische Zusammenarbeit ohne Abstriche und in völliger Selbstbestimmtheit fortführen.

Angesichts dieser neuen Gesamtlage, die durch die US-Wahlen entstanden ist, muss Frankreich mehr denn je stark sein und in der ganzen Welt Verantwortung übernehmen, wie ich es seit 2012 tue.

Diese Gesamtlage erfordert auch ein geeintes Europa, das in der Lage ist, sich zu äußern und überall dort, wo es um seine Interessen und Werte geht, eine politische Linie zu verfolgen. Ich denke dabei an die Werte Freiheit, Würde, sozialen Zusammenhalt, Armutsbekämpfung usw.

Aus jeder Wahl werden immer auch Lehren gezogen. Die US-Wahl hat Bedeutung weit über die Vereinigten Staaten hinaus und schließt sich an vorausgegangenen Wahlen an.

Wir müssen uns dieser Situation stellen und uns auch hier die Sorgen bewusst machen, die durch die Umbrüche in der Welt entstehen und sich in den Völkern breit machen, auch im amerikanischen Volk, der größten Macht der Welt.

Wir müssen Antworten finden. Wir tragen sie in uns, nur müssen diese Antworten Ängste überwinden können, aber auch die Grundsätze achten, die uns einen: Demokratie und Sozialstaat.

Diese Wahl muss uns mehr denn je dazu anhalten, Verantwortung zu übernehmen, wo wir, wo Frankreich in der Verantwortung steht. Europa ist dabei das Instrument, der Rahmen dessen, was wir tun müssen; Frankreich in völliger Selbstbestimmtheit und gemeinsam mit Europa.

Letzte Änderung 15/11/2016

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