Vaterschaftsurlaub in Frankreich weiter auf dem Vormarsch [fr]

70 % der in Partnerschaft lebenden Männer mit einem Kind unter drei Jahren, d.h. 450 000 Personen, nahmen 2012 Vaterschaftsurlaub. So lautet das Ergebnis einer im März 2016 erschienenen Studie der Direction de la recherche, des études, de l’évaluation et des statistiques (Drees) .

Seit dem 1. Januar 2002 können in Frankreich Väter, die berufstätig sind oder in den letzten zwölf Monaten Arbeitslosenhilfe erhalten haben, bei der Geburt ihres Kindes Vaterschaftsurlaub beantragen. Der Vaterschaftsurlaub ist bezahlt und auf eine maximale Dauer von elf Tagen (18 Tage bei Mehrlingsgeburten) festgelegt. Er ist unabhängig von den drei Tagen geburtsbedingter Freistellung, die jedem Vater bei der Geburt eines Kindes zustehen, und muss innerhalb der ersten vier Monate nach Geburt des Kindes genommen werden.

Laut der Studie der Drees ließen sich 2012 drei Viertel aller Angestellten für die Erziehung ihrer Kinder freistellen, jedoch nur ein Drittel der Freiberufler oder Männer in prekärem Arbeitsverhältnis. Bei den Arbeitslosen sinkt die Zahl auf 13 %. Am stärksten hingegen wird die Möglichkeit von Beamten und Beschäftigten im öffentlichen Dienst genutzt: Hier sind es 90 %, gegenüber 80 % bei den Beschäftigten mit unbefristetem Arbeitsverhältnis im Privatsektor, die zwar die gleiche Jobstabilität genießen, deren Tagessätze jedoch gedeckelt sind. Auch ist der Vaterschaftsurlaub bei einfachen Angestellten weniger stark verbreitet als in mittleren oder leitenden Positionen.

Während beim ersten Kind noch drei Viertel aller Väter Erziehungsurlaub nehmen, sind es ab dem dritten Kind nur noch zwei Drittel. Auch das Alter der Väter spielt eine entscheidende Rolle: Ab 35 Jahren nehmen weniger Väter Erziehungsurlaub. Grundsätzlich ist diese Praxis bei denjenigen Vätern stärker verbreitet, die im täglichen Leben mehr Aufgaben in der Familie übernehmen. Und schließlich gehen mehr Männer in Vaterschaftsurlaub, wenn die Mutter des Kindes berufstätig ist (76 %) als wenn sie Hausfrau (59 %) oder arbeitssuchend ist (64 %).

Letzte Änderung 13/06/2016

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