Vigipirate: der französische Anti-Terror-Plan

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Der Antiterrorplan Vigipirate ist ein zentraler Bestandteil der Maßnahmen Frankreichs zur Terrorismusbekämpfung, der der anhaltend starken Bedrohung durch den Terrorismus Rechnung trägt. Die Umsetzung der Maßnahmen fällt in die Zuständigkeit des Premierministers , der alle staatlichen Akteure einbindet.

Vigipirate ist dabei ein dauerhaft gültiger Maßnahmenkatalog für Wachsamkeit, Vorbeugung und zum Schutz der Bevölkerung in Frankreich und im Ausland. Er ist abhängig von der Auswertung der terroristischen Bedrohung durch die Geheimdienste und kann im Fall eines Angriffs durch Terroristen noch durch konkrete Einsatzpläne ergänzt werden.

Die Grundlage des Plans bildet eine Reihe von Maßnahmen in allen wichtigen gesellschaftlichen Bereichen (Verkehr, Gesundheit, Ernährung, Energieversorgung, Sicherheit der Informationssysteme usw.), die dabei das wirtschaftliche und soziale Leben nicht über die Maßen beeinträchtigen sollen. Ferner enthält der Plan zahlreiche zusätzliche Maßnahmen, die je nach Auswertung der Bedrohungslage und der Schutzbedürftigkeit ergriffen werden können.

Insgesamt beinhaltet der Antiterrorplan Vigipirate ca. 300 Maßnahmen.

Die Ziele des Plans

-  ein angemessener Schutz der Bevölkerung, des Staatsgebiets und der Interessen Frankreichs vor terroristischer Bedrohung,
-  die Entwicklung bzw. Beibehaltung einer wachsamen Grundhaltung aller Akteure des Landes, um jeglicher terroristischen Bedrohung vorzubeugen bzw. sie so frühzeitig wie möglich zu erkennen,

-  eine schnelle und abgestimmte Reaktion im Falle einer terroristischen Bedrohung , um dieser vorzubeugen undein Eingreifen zu erleichtern. Dabei geht es darum, das Fortbestehen lebenswichtiger Aktivitäten zu gewährleisten und damit die Auswirkungen der Bedrohung einzudämmen.

Seit wann gibt es den Plan Vigipirate?

Der Antiterrorplan wurde zur Zeit des Auftretens großer terroristischer Bedrohungen ins Leben gerufen. Seine Ursprünge gehen zurück auf das Jahr 1978, als Frankreich und Europa Zielscheibe der ersten Serie terroristischer Anschläge durch extremistische, separatistische oder von ausländischen Staaten unterstützte Organisationen wurden.

Er wurde seither mehrmals den aktuellen Umständen angepasst, 2003 wurde er in die vier Alarmstufen gelb, orange, rot und scharlachrot unterteilt.

Seit 2014 existieren nur noch zwei Alarmstufen,,zu erkennen durch ein öffentlich sichtbares Logo:

Die Alarmstufe Wachsamkeit, um im Falle einer konkreten Bedrohung für eine bestimmte Zeit bestimmte Orte oder Bereiche intensiver schützen zu können sowie
die Alarmstufe Warnung vor einem Attentat bei unmittelbarer Bedrohung.

Letzte Änderung 19/01/2016

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